EMPURIABRAVA, 02.10.2022 - 20:53 Uhr

Sternekoch: Alle Restaurants sollten ihre Preise um 20% erhöhen und das Personal besser bezahlen

KATALONIEN / SPANIEN: Der Küchenchef und Teilhaber des Sterne-Restaurants “Bo.TiC” in Corçà im Baix Empordà, Albert Sastregener, hat heute in einem Interview mit der Wochenzeitung “Empordà” einige interessante Thesen aufgestellt, wobei eine ganz speziell herausragte: er meint nämlich, dass alle Restaurants ihre Preise um 20% erhöhen sollten, um ihr Personal besser zu bezahlen und damit könnte man die enormen Probleme mit Mitarbeitern und deren Kündigungen erfolgreich entgegnen.

Hier seine Argumente im Wortlaut auf die Frage, warum das Servicepersonal überall kündigt: “Ich verstehe das auch, denn sie sind verarscht worden, in vielen Fällen sind sie schlecht behandelt worden. Sie haben nicht das Ansehen erhalten, das ihnen zusteht, sie haben nicht das Gehalt erhalten, das ihnen zusteht, sie haben nicht den Urlaub erhalten, der ihnen zusteht, und ich meine im Speisesaal und in der Küche, und sie haben auch nicht den Urlaub erhalten, der ihnen zusteht.... Und es ist normal, dass die Leute irgendwann keine Lust mehr haben, diesen Job zu machen”.

Und auf die Diskussion um die Preisaufschläge in den Restaurants erklärt Albert Sastregener: “Ich diskutiere viel mit meiner Familie: Alle Restaurants sollten ihre Preise um mindestens 20 % anheben, aber nicht, um das Geld als Gewinn zu behalten, sondern um die Bedingungen des Personals zu verbessern. Es gibt viele Leute, die gehen zur Arbeit in ein Restaurant oder eine Bar und sie sagen ihren Familien, dass sie am Wochenende arbeiten werden, dass sie 8-9 Stunden arbeiten werden, oder vielleicht 10, je nach Restaurant vielleicht 12, und ich werde dafür einen Feiertag und Ferien ändern und wir werden darüber sprechen und sehen, wie es läuft für ein erhöhtes Gehalt X... Und dieser Mann wird nicht darüber nachdenken, in einen anderen Job zu wechseln, wo er eventuell nicht von Montag bis Freitag nachts arbeitet, der zwei Tage frei hat, bezahlten Urlaub, keine Verpflichtungen. Und er wird nicht als Maurer, Klempner, Maler, Mechaniker, im Supermarkt oder sonst wo arbeiten, auch wenn er ein wenig mehr Geld verdient.

Es sollte anders sein. Man muss Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Überstundenarbeit zahlen! Und das alles wird aus dem Endpreis herausgerechnet und das wird funktionieren. Man wird sehen, dass dann immer weniger in die Tagesarbeit gehen, sondern lieber in ihrem erlernten Job weiterarbeiten. Das wäre sozial und man könnte es auch den Kunden vermitteln, da die hiesigen Restaurants immer noch relativ preiswert für den Service und die Qualität sind, den sie bieten”.

Sonntag 18. September 2022 18.09.22 18:42

          

Weitere Meldungen:









Keine Artikel in dieser Ansicht.

Keine Artikel in dieser Ansicht.



Keine Artikel in dieser Ansicht.

Keine Artikel in dieser Ansicht.


Keine Artikel in dieser Ansicht.

Keine Artikel in dieser Ansicht.



Keine Artikel in dieser Ansicht.

Keine Artikel in dieser Ansicht.


Keine Artikel in dieser Ansicht.

Keine Artikel in dieser Ansicht.