EMPURIABRAVA, 23.10.2020 - 10:34 Uhr

Nekrolog für Silvia Breuer aus Roses von Michael Ormanns

Welch ein Verlust. Ein Verlust für alle, die mit ihr in Kontakt kamen: die Familie, die engen Freunde, die normalen Freunde und sogar für die, die sie nur flüchtig kannten. Silvia Breuer, die Barbarossa-Silvie, hinterlässt nach ihrem Tod nicht nur eine Lücke, sondern gleich ein Vakuum. Sie, die für jeden den sie mochte, ein offenes Ohr, ein tröstendes Wort, einen Rat oder auch nur ein lustiges Wortspiel hatte. Sie, die stundenlang bei einer guten Jazz-Platte und einem Bierchen zuhören konnte, die nichts vergass und auch niemandem das Gefühl gab, vergessen zu werden. Sie, die gleich einer Amazone wüten konnte, wenn ihr oder einem ihrer Freunde Unrecht getan wurde. Sie, die so stark wirkte, aber wahrscheinlich im Inneren genauso zerbrechlich war wie diejenigen, die ihren Rat suchten.

Ihr “Barbarossa”, die Kultbar im Zentrum von Roses war ihre Burg und sie das Burgfräulein. Sie sang keine Minne, hörte aber ihren geliebten Jazz. Sie arbeitete jahrzehntelang unten in der doch recht kleinen, aber süss dekorierten Gaststätte und schlief direkt darüber in ihrer Wohnung. Das nennt man dann wohl Schicksal, dass für sie der Beginn in Roses und auch das Ende im gleichen Gebäude stattfanden.

ARENA hat mit etlichen Leute über Silvia Breuer gesprochen und unisono erklärte an uns, welch nette und gute Frau sie war, wie hilfreich und zuvorkommend. Niemand, tatsächlich niemand fand ein schlechtes Wort über sie. Ganz im Gegenteil: Lobeshymnen allerorten und in Roses genauso wie in Empuriabrava. On nun lange Wegbegleiter wie Harry Pahl vom Restaurant “Die Insel”, Jürgen Hoffmann vom mittlerweile geschlossenen Restaurant “Laguna”, ihre Freunde aus der Bar  „ Poke te crek“ und mehr und sogar der “Nachwuchs” in Roses wie Masseur und ARENA-Maschinist Holger Schlichting oder Naila und Enzo von der ehemaligen Pizzeria “di Roma” und...und...und... - die Liste lässt sich beliebig fortführen, aber einen Namen dürfen wir an dieser Stelle auf keinen Fall vergessen, nämlich den von Herrn Thomas Spieker, Kolumnist, Journalist, Regisseur, Autor und einiges mehr, der ein ganz besonderes Verhältnis zu Silvie hatte und nun die traurige Aufgabe hat, alles nötige zu regeln, die ein Tod nunmal mit sich bringt.

Silvia Breuer wurde nur 76 Jahre alt und dies ist in der heutigen Zeit viel zu früh, um seinen Platz zu räumen. Andererseits hat sie wahrscheinlich in den letzten 50 Jahren mehr erlebt als die meisten Gleichaltrigen und der Schalk und die Abenteuerlust waren bis zuletzt in ihren Augen zu erkennen.

Schade Silvie: es war so schön Dich gekannt zu haben. Hab von oben ein Auge auf Deine Schäfchen hier in Katalonien und in Deutschland.

Freitag 18. September 2020 18.09.20 18:52

          

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