EMPURIABRAVA, 18.09.2020 - 17:59 Uhr

Am 11.9 ist „La Diada“, der Nationalfeiertag Kataloniens

KATALONIEN / SPANIEN:  Am 11.9. steht das öffentliche Leben in Katalonien still, denn es ist Feiertag – und dazu noch ein ganz spezieller: Diada Nacional de Catalunya.  Für diejenigen, die nichts mit diesem Begriff anfangen können, hier die Definition aus Wikipedia zur La Diada:

Diada Nacional de Catalunya (‚Nationalfeiertag Kataloniens‘), auch L’Onze de Setembre (‚Der Elfte September‘) oder einfach La Diada (‚Der Feiertag‘), wird der Nationalfeiertag Kataloniensgenannt. Er wird jedes Jahr am 11. September begangen, im Gedenken an die Kapitulation Barcelonas am 11. September 1714 nach der Belagerung der Stadt durch die Truppen Philipp V., die den Spanischen Erbfolgekrieg abschloss. In der Folge schaffte Philipp V. mit der Errichtung eines zentralistischen Staates in Spanien nach französischem Vorbild die alte, auf die Krone von Aragonien zurückgehende Selbstverwaltung Kataloniens ab.

In den Jahren nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges wurde der Niederlage des habsburgischen Lagers – dem sich weite Teile Kataloniens angeschlossen hatten – in den katalanischen Provinzen zunächst nur in kleinen Trauergottesdiensten am Tag der Kapitulation gedacht. Beginnend mit der Errichtung des Denkmals für Rafael Casanova – dem amtierenden Vorsitzenden des Rates der Stadt während der Belagerung – im Jahr 1888 werden an diesem Tag von Parteien, Gewerkschaften und Verbänden traditionellerweise Blumengaben zu Ehren der Verteidiger der Stadt an öffentlichen Orten mit einem Bezug zu Personen oder Ereignissen des 11. September 1714 niedergelegt. Neben Casanova wird hier vor allem Josep Moragues gedacht, General bei den Truppen von Erzherzog Karl, der nach der Einnahme Barcelonas hingerichtet worden war.

Mit Ende des Spanischen Bürgerkriegs 1939 wurden alle Formen des öffentlichen Gedenkens im Zusammenhang mit La Diada durch das franquistische Regime verboten und erst 1976, nach dem Tode Francos, wieder erlaubt. Im darauf folgenden Jahr fand am 11. September in Barcelona eine der größten Kundgebungen der Nachkriegszeit in Europa mit über 1 Million Teilnehmern auf der Avinguda Diagonal statt. Offiziell wurde der Feiertag von der Generalitat de Catalunya im Jahr 1980 wieder eingeführt und im Autonomiestatut aus dem Jahr 2006 in Artikel 8.3 festgeschrieben.

In der Region haben sämtliche staatlichen Büros wie das Rathaus, die Post, einige Tourismusbüros und sonstige Institutionen geschlossen. In den Küstenregionen haben normalerweise alle andern Geschäfte geöffnet und darunter fallen Supermärkte, Bars, Restaurants etc. Die Öffnungszeiten können zu normalen Tagen variieren, aber das normale Leben geht ohne Unterbrechung weiter.

In Barcelona und Girona finden einige genehmigte Demonstrationen statt, diese sollen sich aber möglichst an die Sicherheitsprotokolle halten. Wer nicht unbedingt in die “Stadt” muss, sollte diese besser meiden.

Donnerstag 10. September 2020 10.09.20 21:22

          

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