EMPURIABRAVA, 18.09.2020 - 19:25 Uhr

Vorsicht, unangenehmer Besuch....

ROSES / KATALONIEN / SPANIEN: Nein, diesmal dreht es sich nicht um die Verwandtschaft, sondern ich hatte gestern einen höchst unliebsamen Besuch in meiner Küche. In einer dunklen Ritze hinter dem Mülleimer, in der sich gemeinhin halt immer schnell der Dreck vermehrt und die man halt beim Putzen auch mal gerne vergißt, versteckte sich ein höchst fieser Vertreter der Gattung der „Hundertfüßer“.

Er wird auch als Skolopender bezeichnet. Sein Vorkommen sind insbesondere die Tropen, aber er kommt auch noch bis in die südlichen, warmen europäischen Gefilde vor. Er ist ca 10 cm lang, sieht aus wie ein Gliederarmband, hat einen abgeplatteten Kopf und zwei Greifer am anderen Ende, ähnlich dem in Deutschland so genannten „Ohrenkneifer“. Direkt hinter dem Kopf sind die Giftklauen, dem ehemals ersten Beinpaar.
Damit, und nicht mit den hinteren Greifzangen, beißt er seine Beute. Das Gift seiner Giftdrüsen, welche sich  in dem ersten umgewandelten Beinpaar befinden, tötet die Beute.

Der Biß ist auch für den Menschen sehr unangenehm. Auch wenn wiederholt behauptet wird, es gäbe tödliche Zwischenfälle, so ist das nur dummes Geschwätz. Eigentlich könnte ich das ja nochmals überprüfen, so schoss es mir durch den Kopf, wenn ich bemerkte, dass unangenehme Verwandtschaft gerade über die Terrasse spaziert. Aber der arme Hundertfüßer vom Stamm der Gliederfüßer kann ja nun auch nichts dafür, dass ich meine Verwandtschaft am liebsten loswerden möchte.
Die Skolopender sind übrigens nachtaktive Jäger. Tagsüber verkriechen sie sich in dunklen Mauerritzen und unter Steinen. Sie flüchten vor dem Licht in die Dunkelheit.

Deshalb, so erinnerte ich mich, schütteln die Cowboys in den Western immer die Stiefel aus, wenn sie morgens weiterreiten wollen. Von wegen der Skorpione und der Skolopender.  In den hiesigen Breiten, leben diese Gesellen halt im Garten. Bei Gartenarbeiten, kann man halt schon mal leicht einen erwischen und bekommt dann halt eine schmerzhafte Erinnerung verpasst, ihn in Ruhe zu lassen. Ich fange „meine Skolopender“ nicht mit der Hand, sondern stülpe ein Wasserglas darüber, welches ich dann mit einer Postkarte, oder ähnlichem, verschließe.
Anschließend bringe ich den ungebetenen Gast nach draußen, denn er ist nun mal ein Gartenbewohner. Nur dumm, dass die Verwandten nicht in ein Wasserglas passen. Findet ihr einmal auch einen Skolopender, dann lasst ihn leben, aber kommt ihm besser nicht zu nahe.
Pepino

Mittwoch 09. September 2020 09.09.20 22:34

          

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