EMPURIABRAVA, 18.09.2020 - 18:13 Uhr

Generalstaatsanwaltschaft in Spanien geht gegen Hausbesetzer vor

KATALONIEN / SPANIEN: Es scheint sich was zu tun im Kampf gegen die sogenannten “Okupas”, die Hausbesetzer, unter denen ganz Spanien zu leiden hat. Nach Informationen will die Generalstaatsanwaltschaft des Landes eine allgemeingültige Direktive herausgeben, die dann für alle Staatsanwaltschaften Spaniens gültig sein soll.

Nach dieser Direktive sollen Hausbesetzungen als krimineller Akt bewertet werden und dagegen sollen spezielle Maßnahmen ergriffen werden - welche dies sein sollen wurde noch nicht bekannt. Diese an sich erfreuliche Nachricht vermeldete Generalstaatsanwältin Dolores Salgada in Madrid. Gegen die Hausbesetzer sollen die Gerichte demnach ein einheitliches Verfahren in allen Autonomien einleiten können, um der Unsitte des Besetzens eines Hauses praktisch ohne Strafe Einhalt zu bieten.

Nach offiziellen Zahlen wurden in Spanien in nur sechs Monaten mehr als 7.500 Hausbesetzungen bekannt, wobei die Dunkelziffer noch weit höher liegen dürfte. Anscheinend hat man auch bei der Generalstaatsanwaltschaft mitbekommen, dass diesen Herbst und Winter zahlreiche Neubesetzungen drohen, da durch die Corona-Pandemie viele Bürger ihre Arbeit verloren haben und nun vor dem Nichts stehen. Da ist es naheliegend, sich mittels Besetzung ein Heim illegal anzueignen, aus dem man kaum hinausgeworfen werden kann, denn das Gesetz steht im Moment noch teilweise auf Seiten dieser Gangster.

Laut Artikel 245.2 des spanischen Código Penal dürfen die Eigentümer einer besetzten Immobilie nicht mehr ihren Besitz betreten, um die Eindringlinge mit Gewalt zu überreden, das Objekt zu verlassen. Auch die Polizei hat nur innerhalb der ersten 48 Stunden das Recht, Okupas zu entfernen. Danach wird es schwer bis hin zu unmöglich, dieses räuberische Pack zu entfernen.

Als einzige wirksame Methode die Okupas fernzuhalten hat sich eine vernünftige Alarmanlage in Verbindung mit einigen zubuchbaren starken Jungs erwiesen, die zwar keine Gewalt anwenden dürfen, aber zumindest die Polizei darauf aufmerksam machen, dass gewalttätig eingebrochen wurde - das reicht dann auch schon. Auf keinen Fall sollte man Papiere wie Escritura, den Grundbuchauszug oder andere Unterlagen, auf denen der Name oder noch schlimmer Unterschriften zu sehen sind, bei einem längeren Leerstand im Haus lassen. (Symbolfoto)

Dienstag 08. September 2020 08.09.20 21:02

          

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