EMPURIABRAVA, 20.09.2020 - 04:06 Uhr

Die Killerwespe breitet sich in der Provinz Girona aus

PROVINZ GIRONA / KATALONIEN / SPANIEN: Die Imker der Provinz Girona konnten im letzten Jahr insgesamt 300 Tonnen Honig aus den 15.000 aufgestellten Kästen für Bienenvölker „ernten“ und erreichten damit ein fast identisches Ergebnis wie im Vorjahr. Allerdings war der Ertrag in den höher gelegenen Regionen wegen dem schlechten Wetter wesentlich geringer als üblich, dafür waren die Bienen im Flachland und in Küstennähe umso fleissiger.

In der Provinz werden 90% des Honigs von professionellen Imkern produziert und ebenfalls 90% des Honigs stammt aus einer einzigen Blumenart. Pro Bienenvolk kalkuliert man mit 15 bis 20 Kilo Honig im Jahr und immer beliebter werden sogenannte „saure“ Sorten, die vor allem Menschen mit Leberproblemen helfen sollen oder aber den gesamten Organismus sauber halten.

Angst habe die hiesigen Imker vor der asiatischen Wespe, der „Vespa velutina“. Laut Wikiedia ist die Vespa velutina ist eine in Südostasien heimische Hornissenart, die im Herbst 2005 in Südwestfrankreich im Departement Lot-et-Garonne entdeckt wurde und mittlerweile auch in den Departements Dordogne, Gironde, Landes und Pyrénées-Atlantiques nachgewiesen ist. Vermutlich wurde die Art bereits im Jahr 2004 über den Seeweg aus China eingeschleppt.

Die Königinnen erreichen eine Körperlänge von etwa 3 Zentimetern, Arbeiterinnen werden etwa 2,4 Zentimeter lang. Damit ist die Art etwas kleiner, als die in Europa weit verbreitete Hornisse (Vespa crabro). Ihre Färbung variiert je nach Unterart. Vespa velutina nigrithorax, die in Frankreich eingeschleppte Unterart hat eine schwarze Grundfärbung und eine feine, goldene Behaarung. Ihr Kopf ist schwarz oder dunkelbraun, nur vorne ist er orange. Das erste Segment des Hinterleibs hat an der Grenze zum zweiten eine feine, weißliche bis gelbe Binde. Das dritte Segment trägt eine schmale, das vierte eine breite gelborange Binde, das fünfte und sechste Segment sind braun.
Die Tiere leben räuberisch und jagen im Flug verschiedene Fluginsekten. Dabei können sie sogar rückwärts fliegen. Sie jagen dabei auch Honigbienen direkt vor deren Fluglöchern. Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) weist im Gegensatz zur Östlichen Honigbiene (Apis cerana) deutlich schlechtere Abwehrstrategien auf, da letztere deutlich besser an diese Feinde angepasst sind.

Die Hornissen sind nicht aggressiv, verteidigen aber ihre Nester bei Annäherungen unter zwei Metern im Schwarm. Die bis zu 60 Zentimeter langen Nester werden normalerweise hoch oben auf Bäumen gebaut, selten findet man sie beispielsweise auf Dachböden und in Schuppen. Die großen Nester umfassen ein Volk mit mehreren tausenden Individuen. Das Nest wird aber meistens an einem anderen Ort gegründet, der ganze Staat zieht später an eine geeignete Stelle um.

Vor ein paar Jahren tauchte diese Wespe zum ersten Mal in Ceret in Nord-Katalonien auf und man rechnete mit einer schnellen Verbreitung auch in der Provinz Girona. Die hiesigen Imker sind zumindest auf den Einfall vorbereitet und haben schon ganz bestimmte Wespenfallen vorbereitet, die mit Proteinen aus Fleisch oder Fisch bestückt werden und die Vespa velutina anlocken.
Text: ARENA/Wikipedia, Foto: Wikipedia

Freitag 31. Juli 2020 31.07.20 08:59

          

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