EMPURIABRAVA, 24.10.2020 - 10:56 Uhr

Acht Konzerte des Musikfestivals Peralada kann man via Livestream genießen

PERALADA / KATALONIEN / SPANIEN: Das Musikfestival Peralada wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie in einem etwas anderen Format stattfinden.Via Livestream über die Festival-Website kann man acht Aufführungen kostenlos verfolgen und den Beginn macht heute die Tänzerin María Pagés. Ihre starke poetische und ästhetische Ausstrahlung ist eine Absichtserklärung für ein Festival, das, wie Direktor Oriol Aguilà, sagt, "noch am Leben ist und nicht stirbt".

Die Entscheidung, das Festival mit Produktionen abzusagen, die seit drei Jahren vorbereitet wurden, war ein Schlag. Um das Experiment “Livestream” durchzuführen, das für das Festivalteam, aber auch für das Publikum neu ist, hat man sich mit "alten Bekannten" umgeben, mit Künstlern, die schon zuvor in Peralada aufgetreten sind. Die Shows werden nicht im großen Auditorium stattfinden, sondern intimer sein und an der Carmen-Mauer stattfinden, dem Ort, an dem alles vor mehr als dreißig Jahren begann .

Das Festival läuft bis zum 31. Juli. In diesen ersten Tagen wird neben der Show von María Pagés am Samstag das Sinfonieorchester des Gran Teatre del Liceu mit Beethovens Sinfonie Nr. 7 auftreten und am Montag wird Alfonso de Vilallonga Hors de Saison, sein neuestes Album mit eigenen Songs auf Französisch, uraufführen.

Auf dem Programm stehen auch Gespräche mit den Künstlern. Am Mittwoch sprechen die Sopranistin Sondra Radvanovsky und der Musiker Rufu Wainwright über die Figur der Primadonna. Das nächste Gespräch findet am Freitag zwischen María Pagés, Carlos Álvarez und Josep Pons statt, die über die Zukunft von Festivals und Kultur in diesen Zeiten sprechen werden. "Es geht darum, darüber nachzudenken, wie eine bessere Gesellschaft aufgebaut werden kann, welche Herausforderungen und Ängste diese Monate haben", sagt Aguilà.

Das Festival hat auch einen runden Tisch am Montag geplant, um eine Debatte über die zeitgenössische Komposition im Land zu eröffnen und darüber, wie Dichter zur Erneuerung des Liedes im 21. Jahrhundert beitragen können. Albert Guinovart, Alberto García Demestres, Miquel Ortega, David Alegret und Rubén Fernández Aguirre werden teilnehmen.

Sicherlich ist dieser Live-Stream kein Ersatz für das Erlebnis von Live-Vorführungen, aber zumindest ein Versuch, die Veranstaltung in einem kleinen Rahmen am Leben zu erhalten und - was wahrscheinlich am wichtigsten ist - Werbung in eigener Sache zu machen. Aber wie auch immer: mal auf die Festival-Seite des Castell Peralada zu schauen kostet nichts und man kann sich damit auch einen Überblick über das Gesamtprogramm machen und vielleicht ist ja auch das eine oder andere für unsere Leser dabei.

Mittwoch 22. Juli 2020 22.07.20 21:01

          

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