EMPURIABRAVA, 16.07.2020 - 15:25 Uhr

Roses steht kurz vor Verkehrskollaps

ROSES / COSTA BRAVA / KATALONIEN: Einerseits ist es erfreulich:Roses scheint gut besucht. Andererseits unerträglich: Roses erstickt im Blech und den Abgasen der Autos. Wer in diesen Tagen Roses besucht, oder dort lebt, sollte zu den touristischen Rush-Hours ( von 10.00 Uhr bis 13.00 vormittags und von 17.00 bis 19.00 nachmittags) weder zu Fuß, noch mit einem Fahrzeug in Roses, schon gar nicht von und nach Petit Canyells, oder Almadraba unterwegs sein. Falls doch, heisst es reichlich Zeit und Nerven mitbringen. Der Trip von Almadraba bis ans Ende der Gran Via – normalerweise eine Sache von 10 Minuten - kann eine Stunde und mehr in Anspruch nehmen, von der Beanspruchung des Fahrzeugs und seiner Kühlung und der Belästigung der Anwohner ganz zu schweigen. Wer als Ortskundiger meint, dem Ganzen auf Ausweichrouten über den Puig Rom und durch die Stadt ein Schnippchen zu schlagen, sieht sich enttäuscht. Die meisten kennen diese Wege auch schon, oder fahren einem vermeintlich „Eingeborenen“ einfach hinterher, um am Ende alle Wege zu verstopfen. Dann einen Parkplatz zu finden, ist reine Glücksache und artet zuweilen in einen handfesten Streit unter den Suchenden aus.

Nicht nur auf Grund seiner topografischen Gegebenheiten, vor allem wegen der wenig vorausschauenden und teilweise geradezu absurd anmutenden Verkehrsplanung und –führung ist Roses eine Mausefalle. Die Gran Via als unverzichtbare Magistrale kann diese Anforderung nicht erfüllen, weil sie permanent von bevorrechtigten Kreisverkehren und Fussgängerüberwegen unterbrochen wird, d.h. auf sämtlichen Nebenstrassen fliesst der Verkehr zügiger, als dort. Wenn dann der Verkehr noch von Ordnungskräften geregelt wird, geht gar nichts mehr.

Anstatt den Parkplatz am Strand mit entsprechend langen Ein- und Ausfahrtspuren zu versehen, hat man eine Modelleisenbahnlösung gebaut, wo engste Krümmungen und keinerlei sog. Stauraum dazu führen, dass ein- und ausfahrende Fahrzeuge sich zurückstauen und den fliessenden Verkehr behindern, ja zuweilen zum Erliegen bringen.

Der von der Stadt getragene Buspendelverkehr ist zwar gut gemeint, aber eine halbherzige Lösung.
Es fehlt ein am Stadtrand gelegenes Parkhaus, das problemslos erreichbar ist und wo man sein Fahrzeug im Schatten unterstellen und von dort aus den Bus benutzen kann, der nicht nur die Strände, sondern auch Supermärkte und verschiedene Punkte der Innenstadt zum Bummeln und Einkaufen anfährt.

Warum nutzt man nicht das Meer als Verkehrsweg und zusätzliche touristische Attraktion zu den Bimmelbähnchen, indem man während der Saison in kurzen Intervallen verkehrende kleine Fähren einsetzt, die sowohl die Buchten, vor allem aber Roses, Sta. Margarita und Empuriabrava im Pendelbetrieb miteinander verbinden? Mit etwas Fantasie und Baggerarbeit könnte sogar Castelló – wie zur Zeit der Römer – über die Muga ans Meer angebunden und per Schiff erreicht werden. Verkehrsprobleme löst man nicht, indem man den Verkehr zum Alptraum werden lässt – nur eine sinnvolle Verkehrsführung, attraktive Alternativen und konsequente Nutzung vorhandener Resourcen  zähmen die Blechlawine und erhöhen die Lebensqualität.

Freitag 26. Juni 2020 26.06.20 08:06

          

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