EMPURIABRAVA, 31.05.2020 - 17:26 Uhr

Spanien: Zahlreiche Lebensmittel haben sich während des Alarmzustands verteuert

KATALONIEN / SPANIEN: Einkaufen in Spanien wurde im April teurer und ein Grund dafür war, das Millionen von Spaniern in den meisten Fällen nur eine eingeschränkte Ausgangsgenehmigung für den Supermarkt hatten und keine Möglichkeit hatten, dort einzukaufen, wo es billiger gewesen wäre. Der Verbraucherpreisindex (VPI) für den Monat April spiegelt einen allgemeinen Rückgang der Lebenshaltungskosten um 0,7% aufgrund der niedrigeren Kosten für Energieversorgungen wie Strom oder Kraftstoffe wider. Andererseits verzeichneten die meisten Lebensmittel gegenüber dem Monat März und vor allem dem April 2019 einen gehörigen Preisanstieg.

Zum Beispiel verteuerte isch frischer Fisch im April um 2,7% und ist heute 10,5% teurer als noch vor einem Jahr. Ähnliches ist bei Obst geschehen, dessen Preis im letzten Monat um 1,6% gestiegen ist und auf Jahresfrist um 12%.

Der Preis der Früchte übertrifft sogar den Schmuck, die in den letzten 12 Monaten einen Anstieg von 12,2% verzeichneten, was auf den Anstieg des Goldpreises zurückzuführen ist. Ebenfalls stark gestiegen sind die Preise für Gemüse, da die Landwirte nicht so viel ernten konnten wie eventuell möglich gewesen wäre, weil einfach aufgrund der Hygienevorschriften nciht so viel Personal eingesetzt werden konnte.

Der Preisanstieg für Lebensmittel erklärt sich auch auf das Fehlen zehntausender Erntehelfer und Pflücker auf den Plantagen in Südspanien. Mehrere Grossproduzenten warnten die Regierung vor dem Mangel an Hilfe von Saisonarbeitern für die Obsternte.

Aber die Preiserhöhungen bei Lebensmitteln gehen weit über die frischen Produkte hinaus. Insgesamt haben 50 der Waren, aus denen sich der CPI-Einkaufskorb zusammensetzt, ihre Preise im Alarmzustand erhöht, verglichen mit sieben, die billiger geworden sind. Im April waren die Lebensmittel, die ihre Preise am meisten erhöhten, Pizza und Quiche (+ 3,6%), Meeresfrüchte (+ 3,5%), Kartoffeln (+ 2,6%), Nudeln (+2,5%) und unter anderem Bier (2,1%). Da alle Bars des Landes geschlossen waren, verzeichnete dieses Getränk den höchsten Preis in der Geschichte des Landes.

Billiger waren die Energieversorgung mit Strom und der Kraftstoffpreis. Die Kraftstoffe wurden im April um mehr als 8% billiger - zeitgleich mit dem Preisverfall bei Öl und Straßenverkehr - und sind heute 17% billiger als vor einem Jahr. Im Falle von Strom sanken die Kosten um 5,8% und die durchschnittliche Rechnung sollte 20% niedriger sein als im April 2019, obwohl dies von dem jeweiligen Vertrag und Gesellschaft abhängt.

Die Quarantäne führt auch zu einem deutlichen Preisverfall in der Kategorie "Spiele und Hobbys", deren Kosten in den Monaten März und April aufgrund der Preisnachlässe mehrerer Hersteller um 4,4% gesunken sind.

Insgesamt ist zwar vieles teurer geworden, doch speziell im Lebensmittelbereich ist eigentlich von allem genügend vorhanden. Wenn man sich auf die Basisprodukte beschränkt, sollte das Leben nicht viel kostspieliger sein als vor der Krise.

Donnerstag 14. Mai 2020 14.05.20 14:59

          

Weitere Meldungen: