EMPURIABRAVA, 27.05.2020 - 13:51 Uhr

Fast perfekt: Mobilitätseinschränkung in Spanien wird noch einmal um zwei Wochen verlängert - erst danach stufenweiser Abbau der Auflagen

KATALONIEN / SPANIEN: Das ging dann doch schneller als ursprünglich geplant: schon am späten Nachmittag verkündete Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez nach Absprache mit Wissenschaftlern, dass die Mobilitätsbeschränkung oder Ausgangssperre bis einschliesslich dem 25. April verlängert wird. “Wir müssen jetzt noch mehr tun, um den Coronavirus zu besiegen”, meinte der Präsident und kündigte gleichzeitig an, dass die Auflagen ab dem 26. April nicht sofort wegfallen, sondern Stück für Stück abgebaut werden.

In der nächsten Woche muss noch das spanische Unterhaus den Plänen zustimmen, doch schon jetzt kann Sozialist Sánchez auf die Zustimmung der konservativen PP (Partido Popular / Partit Popular) und Ciudadanos (Ciutatans) zählen und somit steht dem Beschluss eigentlich nichts mehr im Wege.

In der nächsten Woche laufen dann auch die separaten und sehr strengen Auflagen ab, die seit Dienstag ganz Spanien betreffen und das Land fast lahmgelegt haben. Ab dem 10. April darf die Baubranche und die Industrie wieder ihre Arbeit aufnehmen. Ob andere Bereiche, die derzeit nicht zu den “essenziellen” gehören, auch wieder tätig werden dürfen, blieb noch unklar.

Damit ist klar, dass Spanien insgesamt sechs Wochen des Hausarrests, der Ausgangssperre, der fast eingeschränkten Mobilität und des verminderten Lebensstandards hinnehmen musste und noch drei Wochen muss. Dem Volk wurde und wird einiges zugemutet und ob es nach dieser langen Zeit besser wird, darf doch bezweifelt werden. Zumindest die Wirtschaft wird am Boden liegen und man muss abwarten, ob sie sich wieder erholt und aufsteht. Pessimisten sagen voraus, dass Spanien gut zehn Jahre brauchen wird, um sich von den letzten Wochen zu erholen und darin ist noch nicht eine mögliche Eurokrise eingerechnet. Sánchez hofft allerdings nach den sanitären Problemen auf einen grossen Plan unter Mithilfe von Europa.

Zurück zur heutigen Präsidentenrede: Sánchez liess mit keinem Wort eventuelle Lockerungen fallen und liess sich nicht auf Vorschläge der Opposition ein, die Leute mehr ins Freie zu lassen. Stattdessen schwor er das gesamte Land ein, sich an die Regeln zu halten, Solidarität zu zeigen und Durchhaltewillen zu demonstrieren. Die Spanier sollen sich fragen, was jeder für sein Land tun kann und nicht umgekehrt (obwohl dieser Spruch schon von anderen Politikern anderer Länder benutzt wurde).

Optimismus machte sich nach Bekanntgabe der heutigen “Horrorzahlen” in Verbindung mit dem Coronavirus breit. Zum ersten Mal nach einer Woche liegen die Zahlen unter der “900-Marke” und in den letzten 24 Stunden starben “nur” 809 Menschen und es gab ebenfalls “nur” 7.026 neue Infizierte. Die Gesamtzahl der Toten beläuft sich auf 11.744 und es gibt Stand heute 124.736 bestätigte Coronavirusälle. Über 34.000 Menschen konnten geheilt werden.

Samstag 04. April 2020 04.04.20 18:29

          

Weitere Meldungen: