EMPURIABRAVA, 20.09.2020 - 03:34 Uhr

Jakobsweg ganz nah

PROVINZ GIRONA / KATALONIEN / SPANIEN: Als man in Galicien im 9. Jahrhundert die Gebeine des Apostels Jakobus (auf Spanisch "Santiago") entdeckte, wurde Santiago de Compostela schnell zum Ziel europaweiter Prozessionen. Die verschiedenen Wege liefen hierbei an der Bergkette der Pyrenäen zusammen, die sie dann im Wesentlichen über Navarra oder Aragonien überquerten.

Anreise:

Die Route vereint prachtvolle Aussichten mit verschiedenen historisch und kulturell interessanten Örtlichkeiten, darunter  insbesondere Kirchen, Kapellen und Pilgerhospize.

Beginn:
Unsere Route beginnt in Puigcerdà. Puigcerdà ist die Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Cerdanya und eine der bedeutendsten Städte der Pyrenäen. Sehenswürdigkeiten sind der Kirchturm von Santa Maria, das frühere Kloster Sant Domènec. Über die N-154 erreichen wir Llívia, eine katalanische Enklave auf französischem Hoheitsgebiet.

Weiterer Verlauf:
Wir kommen zu Llívia. Besonders interessant sind hierbei das Pfarrhaus, die Kirche Mare de Déu dels Àngels und die Torre de Bernat de So. Größte Sehenswürdigkeit des Ortes aber ist die alte Apotheke Esteva .
Als zentrale Achse hat unsere Route die Landstraße N-260; dabei zweigt sie jedoch immer wieder auch in breite, gut zu befahrende Feldwege ab, die für alle Fahrzeuge geeignet sind. Von Llívia aus mag man sich so beispielsweise die nach Ur führende Piste suchen. Wir können jedoch auch wieder über die Landstraße nach Puigcerdà zurückfahren und von dort nach Ur abzweigen.
In Ur finden wir die Kirche Sant Martí. Folgen wir dann der unbefestigten Piste nach Bolvir de Cerdanya, treffen wir auf den
ursprünglichen Jakobsweg, der hier ein Stück parallel zur Straße verläuft. Wir passieren die Kirche Sant Jaume in Rigolisa, Puigcerdà und die Brücke von Sant Martí d'Aravó. Äußerst interessant in Bolvir ist die Einsiedlerkapelle El Remei, wo Auskunftstafeln detailliert über die Route informieren, und im Ortszentrum dann die Kirche Santa Cecília.
Wir überqueren die Landstraße und finden gleich gegenüber einen Wegweiser mit der Angabe "Molí", dem wir nun folgen. Der mit  Wandermarkierungen gekennzeichnete Weg verläuft am Ufer des Segre entlang und passiert den Fluss auch etliche Male. Es ist dies der schwierigste Abschnitt für das Fahrzeug. Sollte der Fluss nicht überquert werden können, besteht die Möglichkeit, bis zur Landstraße umzukehren und ab Isòvol dann den Weg in umgekehrter Richtun zu nehmen, da er hier wesentlich breiter und bequemer zu befahren ist.
Hinter Bolvir kommen wir durch Saga (Kirche Santa Eugènia), Ger mit seiner alten, heute in Privatbesitz befindlichen alten Mühle und All (Kirche Santa Maria). Hier zweigen wir nach Olopte ab (Kirche Sant Pere), und kurz vor Isòvol stoßen wir dann auf das Heiligtum der Mare de Déu de Quadres.

Hinter dem Heiligtum verliert sich der Weg und kehrt unweit von Isòvol zur Landstraße zurück. Besser ist es, bis nach Baltarga zu fahren, wo er wieder in Erscheinung tritt, oder aber bis Alp und von dort aus weiter über die GIV-4033 von Alp nach Bellver. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, direkt nach Bellver de Cerdanya zu fahren. Es handelt sich um ein rühriges Städtchen, in dessen Gemeindegebiet ein ganzes Dutzend romanischer Kirchen zu finden sind.


Am interessantesten auf diesem Abschnitt der Route ist jedoch Santa Maria de Talló, ein großes, stattliches Gebäude, wo seit dem 10. Jahrhundert ein Kanonikerstift bestand. Es handelt sich ohne jeden Zweifel um das monumentalste Bauwerk der örtlichen Romanik. Interessant ist auch ein Abstecher zur romanischen Kirche Santa Eugènia in Nerellà, ein beeindruckendes Gotteshaus, das heute unter Denkmalschutz steht und den einzigen voll erhaltenen Turm im lombardischen Baustil des Bezirks besitzt. Der Turm weicht ganze 1,25 m von der Senkrechten ab und wird deshalb mitunter auch als der "schiefe Turm der Cerdanya" bezeichnet.

Den Abschluss unserer Route bildet Martinet de Cerdanya. Die Bezeichnung des Ortes leitet sich von einer ehemaligen Schmiede (auf Katalanisch martinet) ab, die hier über ein Wasserrad vom Segre angetrieben wurde.
Quelle: costabrava.org



Montag 20. Januar 2020 20.01.20 19:35

          

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