EMPURIABRAVA, 04.07.2020 - 20:17 Uhr

Empuriabrava: Viele, viele Geschäfte machen nun Urlaub

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Das Geschäfte in und um Empuriabrava, Roses und Santa Margarida in der Winterzeit ihre Pforten für einige Wochen schliessen, ist eigentlich nicht ungewöhnlich, aber in diesem Januar bis Ende März steigt dieser Zahl gegenüber den Vorjahren erheblich (oder kommt es einem nur so vor?).

Man kommt sich fast so vor wie Ende der 80er bis Mitte der 90er, als der Winter tatsächlich für die lokalen Geschäftsleute Zeit zur Erholung bot und dies wurde auch ausgiebig genutzt. Hinzu kam natürlich, dass sich in der Region Fuchs und Hase Gute Nacht sagten, also der Andrang an Besuchern und Touristen gen Null ging und auch im Ort noch nicht so viele Leute das ganze Jahr über lebten. Viele Kellner zog es in den kalten Monaten in die Berge, wo man noch eine gute Mark zusätzlich verdienen konnte – der Ski-Tourismus floriert hier schon länger – und in den hiesigen Läden brach das grosse Gähnen an. Es lohnte sich wirklich nicht, offen zu lassen und es reichten einige wenige Kneipen, Restaurants und Lebensmittelgeschäfte aus, um die Grundversorgung zu sichern. Alles was man in Empuriabrava nicht erhalten konnte, gab es eben in Roses, Figueres oder Girona, wo auch der erste Lidl-Discounter der Provinz aufmachte.

Und im Moment fühlt es sich wieder ähnlich an. Zwar ist die Zahl der Versorger, sprich Supermärkte, gestiegen, aber dafür gibt es gefühlt viel weniger Freizeitbeschäftigung in Form von guten Kneipen oder Restaurants. Die Geselligkeit unter den Bürgern ist schon vor vielen Jahren mit dem Einzug des Satelliten-Fernsehens abhanden gekommen und so igelt man sich in den eigenen vier Wänden ein und wartet dort auf den Sommer – menschliche Winterschläfer halt.

Natürlich gönnt man jedem Gastronomen plus dem Personal eine lange Pause, um die gequälten Füsse und andere Körperteile wieder in Form zu bringen, nur ist es auffällig, dass ab nächster Woche so viele auf einmal den Rest der Welt unsicher machen.

Und wir hören schon jetzt die Frage: was sollen wir denn jetzt machen, wo alle wichtigen deutschen Läden für ein paar Wochen zu haben?

ARENA ist kein Ratgeber für Freizeit, Sport oder zwischenmenschliche Aktivitäten, aber ein wenig mehr Enthusiasmus, Phantasie oder einfach nur „den Hintern hoch kriegen“ wäre schon toll – und dann kommt man auch ein paar Wochen ohne seinen Lieblingsladen aus und kann sein Glück ja auch mal in einem französischen, katalanischen, spanischen oder irgendeinem internationalen Fresstempel suchen. Die Leser können uns glauben: auch dort gibt es nette Leute, leckeres Essen und viele Winterkalorien.

Freitag 03. Januar 2020 03.01.20 23:05

          

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