EMPURIABRAVA, 04.07.2020 - 20:50 Uhr

Mehr Weihnachten geht nicht: Das Weihnachtsdorf in Le Barcarés bei Perpignan

LE BARCARÉS / KATALONIEN / SPANIEN: Weihnachtsmärkte sind schön und  toll, dazu bunt und überall gibt es die leckersten Sachen, aber es ist nun mal ein Markt und damit von der Grösse schon begrenzt. Da gibt es ganz in der Nähe der Bucht von Roses schon was anderes, mächtigeres, herrlicheres und riesig dimensioniertes: das Village Noël (Weihnachtsdorf) in/bei Le Barcarés direkt bei Perpignan, aber am Meer gelegen.
Hierbei handelt es sich um ein riesiges Gelände, dass scheinbar nur für Weihnachten bebaut wurde – wahrscheinlich vom Weihnachtsmann selber, so schön ist das alles – aber auch für den Rest des Jahres als Freizeitpark genutzt wird.  

Nach einer normalerweise etwas langwierigen Parkplatzsuche (wir waren schon am frühen Nachmittag da und zu dieser Zeit war recht übersichtlich) wird man mit Schildern zum Park geführt und dann kommt auch schon die erste Überraschung: man muss Eintritt zahlen. Ungewöhnlich für ein Weihnachtsereignis (naja, bei den hiesigen Pessebres – den menschlichen Krippenspielen – wird man auch ganz schön geschröpft) und am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag zahlt man pro Nase zwei Euro und am Mittwoch und an den Wochenende fünf Euro - Kleinere Kinder kommen umsonst rein. Danach geht es durch eine Sicherheitssperre mit Abtasten und Metallfühlern – Sicherheit geht auch in Frankreich nach den fürchterlichen Anschlägen in Nizza und Paris vor – und schon ist man mitten drin im Geschehen.

Mal ehrlich, am Anfang weiss man einfach nicht, wo man hingehen soll, denn überall ist was los und gut riechen tut es sowieso. Aber es gibt Pläne, die einen durch das Dorf führen und dann geht es schon. Überall, aber wirklich überall stehen Buden mit Essbarem, Krimskrams, Restaurants, Museen, Vorführungen und … und … und und der erste Eindruck erschlägt einen. Um es schon vorweg zu nehmen: die Preis liegen im normalen Bereich und teilweise sogar unter denen an vergleichbaren Burden auf dem Weihnachtsmarkt in Perpignan-Stadt.
Zwei Dinge ragen im wahrsten Sinne des Wortes heraus: ein zwanzig Meter hohen Riesenrad, von dem man einen herrlichen Blick über das Dorf und das Umland hat und – ja Sie lesen richtig – ein etwa 80 Meter langer Frachter, der ganz in der Nähe des Strandes an Land (!) liegt und auf mehreren Etagen mit kleinen Läden, Ständen, ein wenig Theater und Bars und Restaurants bestückt ist – toll gemacht. Das Schiff wurde übrigens schon in den 60er-Jahren dorthin verfrachtet und die Inhaber haben extra einen künstlichen Kanal anlegen lassen, um den Pott an seine jetzige Stelle zu navigieren. Ursdprünglich sollte darin ein Casino entstehen, aber das hat nicht geklappt und so ist die „Lydia“ nun eine Touristenattraktionen erster Güte. Unbedingt ansehen.
Aber bevor man zu Schiff und Riesenrad kommt, muss man zunächst an Eisbahnen, Skigondeln, Futterstationen etc. vorbei und dann einen steilen Weg bewältigen, von dem man schon einen tollen Ausblick hat – vor allem auf die vielen, vielen Restaurants und Austernständen, die alle im Stil einen Skidorfes gehalten wurden und man fühlt sich wie in Ischgl an Weihnachten.  Das Auge kann die vielen Eindrücke kaum verarbeiten, weil es an allen Ecken und Enden etwas zu beobachten gibt, aber man kann sich ja bei einem Kaffee, einem Burger, Churros oder ähnlichem ja erst mal ausruhen.

Weiter geht es dann auf einem kleinen Rundkurs und – welche Überraschung – auch hier findet man wieder unzählige Fressbuden (sogar Bretzel gibt es), aber auch Läden mit durchaus sinnvollen Dingen kleine Gummientchen in unendlich vielen lustigen Variationen. Zwischendrin hat man dann Zugang zu Gratis-Attraktionen wie z.B. einem grossen Raum mit Minus 20 Grad, wo Eisskulpturen stehen – natürlich mit weihnachtlichen Designs. Man findet den Zugang zum Riesenrad (kostet für rund zehn Minuten acht Euro pro Person)  und noch viele, viele andere sehr interessante Dinge. Danach kann man dann Richtung Ausgang gehen und eventuell noch einen Märchenpark besuchen, aber das lohnt sich nicht wirklich. Natürlich kann man aber auch den eigentlichen Park weiter untersuchen und vielleicht noch Dinge entdecken, die uns verborgen blieben.
Wie eingangs erwähnt waren wir für ein paar Stunden am Nachmittag dort. Abends muss das Weihnachtsdorf bei voller Beleuchtung sensationell aussehen und man fühlt sich wahrscheinlich wie am Nordpol in direkter Nachbarschaft des Hauses vom Weihnachtsmann.

Um das Dorf zu finden reicht es, im Navigationssystem oder Handy Le Barcarés und Village Noël einzugeben. Es liegt wie gesagt nur wenige Kilometer von Perpignan-Nord entfernt und ist kinderleicht nach etwa 45 Minuten Fahrt zu finden. Ein Ausflug lohnt sich allemal – das Weihnachtsdorf hat noch bis zum 5. Januar geöffnet), allerdings sollte man Zeit und keine Hektik mitbringen. Wie können fast garantieren, dass die Besucher sämtlich begeistert sein werden und vielleicht danach doch wieder ein wenig an den Weihnachtsmann glauben......


PS. Um es zu erwähnen: es gab keinerlei Ressentiments gegen Ausländer und alle im Park beschäftigen Menschen waren überaus freundlich und vor allem sehr hilfsbereit – auch ohne Kenntnisse der französischen Sprache und viele sprachen uns auch sofort auf Englisch an.

Bilder dazu findet man in der Fotogalerie auf www.arena-info.com

Montag 23. Dezember 2019 23.12.19 19:17

          

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