EMPURIABRAVA, 20.11.2019 - 22:52 Uhr

Die frühere Hauptstadt der Grafschaft Empúries

SANT MARTÍ / KATALONIEN / SPANIEN: Sant Martí d'Empúries ist eine mittelalterliche Ortschaft, die einst Hauptstadt der Grafschaft Empúries war und heute, überall liebevoll restauriert, bevorzugter Urlaubsort für all jene ist, die das Meer in aller Ruhe genießen wollen.

So klein der zum Mittelmeer hin gewandte Ort auch sein mag – er war einst, im 9., 10. und 11. Jahrhundert, Hauptstadt der Grafschaft Empúries, bis die Grafen dann aus Gründen der Sicherheit ins nahe gelegene Castelló d'Empúries übersiedelten. Der heute liebevoll restaurierte mittelalterliche Ortskern lädt ein zu einem verzaubernden Bummel und ist obligates Besuchsziel für all jene, die sich für Geschichte interessieren und im Umkreis von L'Escala wohnen. Hier war es, wo im 6. vorchristlichen Jahrhundert die ersten griechischen Siedler an Land gingen, um sich später dann dort niederzulassen, wo wir heute die Ruinen von Empúries finden.

Wer mit dem Pkw kommt, sollte den Wagen auf dem an der Landstraße angelegten Parkplatz abstellen und zu Fuß bis zum Ortskern weiterlaufen. Nur so kommt man wirklich in den Genuss der alten Steinmauern und der engen Gässchen, die sich überkreuzen und schlängelnd bergan ziehen, um schließlich auf dem vor der Kirche gelegenen Hauptplatz zusammenzulaufen. Wenn der Ort bis hier oben einen eher traulich maßvollen Charakter zu haben schien, so weitet sich der Raum nun und gibt den Blick frei auf ein allgegenwärtiges, nahes Meer.

Die Pfarrkirche von Sant Martí d'Empúries mit ihrer so beeindruckenden Hauptfassade ist dokumentarisch bereits im Jahr 834 belegt und wurde in der Vergangenheit dreimal restauriert. Der Innenraum birgt einen äußerst interessanten frühchristlichen Altar aus weißem Marmor, einen mit schönen Hufeisenbögen verzierten Hauptaltar aus dem 10. Jahrhundert und ein aus dem 12. Jahrhundert stammendes Taufbecken.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes hat man einen schönen Ausblick auf das Meer. Um zurück zur Landstraße zu kommen, kann man den Ort über einen breiten Weg umkreisen, der der Küste folgend zum Aussichtspunkt hinunterführt. Wenn das Wetter danach ist, sollte man an das Badezeug denken, denn die örtlichen Strände sind von ausnehmender Schönheit. Wer den Besuch ein wenig erweitern will, dem seien die Ruinen von Empúries angeraten, die man über die 1992 aus Anlass der Ankunft des olympischen Feuers angelegte Strandpromenade erreicht.



Donnerstag 07. November 2019 07.11.19 22:20

          

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