EMPURIABRAVA, 20.11.2019 - 23:00 Uhr

Brüssel: Anhörung von Carles Puigdemont auf den 16. Dezember verschoben

Katalanenführer Puigdemont

BRÜSSEL / KATALONIEN / SPANIEN: Der Ex-Präsident von Katalonien, Carles Puigdemont, der nach dem als illegal eingestuften Referendum am 1. Oktober 2017 nach Belgien ins Exil geflüchtet war, hat noch einmal eine Schonfrist vor einer eventuellen Auslieferung von den belgischen Behörden erhalten.

Ursprünglich sollte heute, am 29.10. eine Anhörung vor einem Gericht zu den neuerlichen Vorwürfen der spanischen Staatsanwaltschaft einhergehend mit einem neuen Auslieferungsantrag, stattfinden. Puigdemonts Anwälte jedoch hatten um eine Verschiebung gebeten und diesem Antrag wurde stattgegeben und die Anhörung auf den 16. Dezember verschoben.

Die Anwälte des ehemaligen Präsidenten weisen alle Vorwürfe aus Spanien zurück und pochen anscheinend weiterhin darauf, dass mindestens ein Anklagepunkt in Belgien kein Verbrechen sei bzw. dort nicht unter Anklage gestellt werden kann.

Ein erstes Auslieferungsbegehren Spaniens war Belgien damals nicht gefolgt und der einzige strafbare Punkt, der nach Untersuchung belgische Richter übrig geblieben war, war Unterschlagung und das war dann den spanischen Behörden nicht mehr genug, denn sie hätten Puigdemont dann auch nur deswegen vor Gericht stellen können.

Seien wir mal ehrlich: für den Frieden hier in Katalonien wäre es natürlich besser, wenn Puigdemont auf freiem Fusse bliebe, denn bei einer eventuellen Zustimmung des Auslieferungsantrags wird hier die Hölle losbrechen und man kann davon ausgehen, das die bisherigen Proteste nur ein laues Lüftchen waren gegenüber dem, was da kommen könnte. Dann haben wir alle hier wahrscheinlich ein paar Tage später eine „Bloody Christmas“.

Dienstag 29. Oktober 2019 29.10.19 18:26

          

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