EMPURIABRAVA, 26.02.2020 - 18:25 Uhr

Eine kulinarische Reise durch Katalonien

Teufelsfisch - Rape in Katalonien

KATALONIEN / SPANIEN:Haben Sie es gewusst? Die Katalanen sind in Sachen Kreativität und Fantasie beim Essen und Trinken ganz weit vorn und so finden sich hier zahlreiche Gourmetküchen verschiedener Spitzenköche. Das hat seinen Grund. Eingebettet zwischen Meer und Bergen hat sich die Region diese Gegensätze zu Nutzen gemacht: Huhn wird beispielsweise zusammen mit Garnelen gekocht oder Schweinefleisch mit Venusmuscheln. Heraus kommen dabei kuriose, aber durchaus leckere Kreationen. Ausserdem haben es die Katalanen geschafft, die unterschiedlichsten geschichtlichen Strömungen aufzunehmen: Einflüsse aus Frankreich sind erkennbar, von Italien, arabischen Ländern, den Mauren und Nordafrika. All dies hat dazu beigetragen, dass die katalanische Küche zu einer der vielfältigsten Spaniens gehört.

Wie in allen anderen Regionen hat auch die katalanische Küche ihre Spezialitäten. Berühmt ist zum Beispiel der “Rape”, der Seeteufel, den es in allen möglichen Variationen gibt. Sehr gern ist man ihn als “Rape a la Marinera” (Seeteufel nach Matrosenart), einem Gericht aus dem Fisch, Muscheln und Garnelen, also all jenen Schätzen, die das Meer so hergibt. Auch der “Bacalao” (Stockfisch) ist weit verbreitet, der oft als eine Art Eintopf mit Gemüse oder als “Crispells”, kleinen frittierten Bällchen, gegessen wird. Nicht zuletzt gibt es das besagte Huhn mit Garnelen (“Pollo con Langostinos”), die zusammen mit einer würzigen Kräutersosse serviert werden.

Beim Thema Fleisch kommt sofort “Fideus a la Catalana” (Nudelgericht mit Schweinefleisch) in den Sinn. Diese Fideus sehen aus wie kleine Spaghetti und werden mit Stückchen aus Schweinerippchen, Speck und der so genannten “Butifarra” (Schweinebratwurst) zubereitet. Besonders lecker im Winter ist die “Anec a la Catalana”, eine Ente mit Backpflaumen, Pinienkernen und Rosinen. Neben Nudeln gehört natürlich wie in ganz Spanien auch in Katalonien der Reis zu den Hauptnahrungsmittel. Hier wird er gern als “Arros Negre” gegessen, bei dem er mit dem schwarzen Sud von Tintenfisch gekocht wird.

Wie alle Spanier lieben auch die Katalanen alles Süsse. Deswegen darf der Nachtisch nie fehlen. Bis über die Grenzen hinaus ist die “Crema Catalana” bekannt, nach der man leicht süchtig werden kann! Sie ist eine Eiermilch-Creme mit einer herrlichen Karamell-Note und knackigen Kruste, die aus nur wenigen Zutaten besteht - Eiermilch, Stärke, Zucker, abgeriebener Zitronenschale - und schmeckt dabei so gut, dass sie nachhaltig beeindruckt.

Wundert es Sie bei all diesen Leckereien, dass auch das erste spanische Kochbuch aus Katalonien stammt? Im Jahre 1324 erschien das handgeschriebene Werk “Libre del Coch” von Rupert de Nola auf dem Markt.

Meike von Lojewski / Barcelona für Deutsche

Samstag 12. Oktober 2019 12.10.19 20:05

          

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