EMPURIABRAVA, 16.10.2019 - 00:14 Uhr

Erbschaften besser sofort melden

ALT EMPORDÀ / KATALONIEN / SPANIEN: Liebe Leser aufgepasst: es ist Schluss mit dem alten Brauch, bei Erbfällen die Erbschaft mehrere Jahre lang nicht notariell anzunehmen, weil nach knapp fünf Jahren in Spanien die Erbschaftssteuer entfällt. Diese Praxis hatte sich unter den Ausländern hier in der Bucht von Roses herumgesprochen und war von vielen Erben nachgeahmt worden. Zwar war es schon immer verboten, den Tod eines Menschen mit Grundbesitz in Spanien zu verschweigen, um sich als Erbe um die Erbschaftssteuer zu drücken, doch wurde in früheren Jahren nicht sehr streng darauf geachtet, dass die Frist von 6 Monaten zur Anmeldung einer Erbschaft hier im Lande eingehalten wurde.

Das hat sich total geändert: die Notare müssen schon seit einiger Zeit alle 14 Tage sämtliche Protokollierungen – Verkäufe, Erbschaften, Schenkungen, Hypothekenumschuldungen usw. – per Computer an drei offizielle Stellen gleichzeitig melden: die Generalitat (!!), das spanische Finanzamt und an das Katasteramt in Girona. (Dies ist nicht identisch mit dem Grundbuchamt, das in Roses angesiedelt ist). Die drei genannten Stellen haben ein scharfes Auge darauf, dass ihnen keine, aber wirklich gar keine Protokollierung entgeht. Wer also meint, die Erbschaftssteuer sparen zu können, erlebt den Schock, diese nicht nur in voller Höhe nachzahlen zu müssen, sondern auch noch einen Strafaufschlag in Höhe von 20 % aufgebrummt zu bekommen.

Also: im Erbfall sofort handeln, die notwendigen Papiere besorgen und die Erbschaft anmelden, um zu vermeiden, dass die Angelegenheit noch teurer wird als sie sein müsste.

Donnerstag 03. Oktober 2019 03.10.19 19:36

          

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