EMPURIABRAVA, 15.10.2019 - 23:56 Uhr

Zwangsvermietung per Gesetz

KATALONIEN / SPANIEN: Die wenigsten wissen, dass es in Katalonien ein Gesetz gibt, dass es der Regierung ermöglicht, die Zwangsvermietung von leerstehenden Wohnungen zu veranlassen.

Einzige Auflage der im Rahmen des Gesetzes zum Recht auf eine Wohnung verabschiedeten Maßnahme ist, dass die Wohnung bereits seit mindes­tens zwei Jahren leersteht. Wenn der Besitzer auf die Aufforderung seitens der Regionalregierung nicht reagiert und sie nicht von sich aus zur Vermietung freigibt, hat die katalanische Institution ab sofort das Recht, die Wohnung über einen Zeitraum von fünf Jahren zu vermieten und zwar zu einem sogenannten Sozialpreis. Der Eigentümer erhält in dieser Zeit natürlich die Miete, über die Wohnung verfügen darf er jedoch erst wieder nach Ablauf der fünf Jahre.

Damit will die Regionalregierung der immer noch weitverbreiteten Angewohnheit entgegenwirken, derzufolge Immobilieneigentümer aus Angst vor Scherereien mit vertragsbrüchigen Mietern ihre Wohnungen lieber leer stehen lassen, als sie zu vermieten.

Wer das Haus oder die Wohnung offiziell als Ferienvermietung deklariert, hat nichts zu befürchten. Anders sieht es bei denjenigen aus, die lieber schwarz vermieten und nichts anmelden. Für den Staat sieht es dann so aus, als ob die Wohnung leer steht und könnte dann o.a. Massnahmen einleiten.

Aber zur Beruhigung: Noch ist in der Region kein Fall von staatlicher Zwangsvermietung bekannt geworden und das Gesetz existiert schon einige Jahre.

Mittwoch 02. Oktober 2019 02.10.19 21:55

          

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