EMPURIABRAVA, 18.09.2019 - 03:22 Uhr

Subventionen für die Formel 1 und für Ryanair nicht?

KATALONIEN / SPANIEN: Wird hier von der Generalitat mit zweierlei Mass gemessen? Man liest immer wieder, dass die Subventionen von 3,5 Millionen Euro an Ryanair vielen Leuten sauer aufstösst. Einer, der diese Subventionen mit genehmigt hat, ist der Minister für territoriale Angelegenheiten, Damià Calvet und das er diese nun ablehnt, scheint paradox.

Fast zur gleichen Zeit, als bekannt wurde, dass sich Ryanair mit seiner Basis aus Girona zurückziehen will, ging es darum, ob Barcelona im kommenden Jahr noch einmal ein Formel 1-Rennen erhält und ja, unter gütiger Mithilfe der Generalitat wird dies tatsächlich ausgetragen. Vielleicht hat das damit zu tun, dass sich der katalanische Präsident Quim Torra dafür ausgesprochen hat und deshalb kommt auch keine Kritik auf – obwohl ….. so ein Rennen Barcelona kostet alleine an Startgebühren 24 Millionen Euro, wovon die Generalitat nach bestätigten Meldungen 7,5 Millionen und das Rathaus Barcelona 1,5 Millionen übernehmen – für nur ein Rennen wohlgemerkt.

Hier mal ein Vergleich Ryanair und Formel 1:

1. Die Privatfirma Ryanair kassiert 3,5 Millionen Euro und bringt das ganze Jahr über Millionen Touristen nach Girona. Die andere Privatfirma, die Organisatoren der Formel 1, kassieren mindestens neun Millionen Euro an öffentlichen Geldern und das für ein dreitägiges Spektakel.

2. Michael O'Leary, bis vor kurzem Präsident von Ryanair, hat ein kleines Vermögen angehäuft. Bernie Ecclestone, bis vor kurzem Inhaber der Formel 1-Rechte, wird auf vier Milliarden Privatvermögen geschätzt und ist sicherlich reicher als der Ryanair-Chef – aber trotzdem kassierte er Subventionen für das eine Rennen im Jahr (und die Nachfolger ebenso).

3. Bei der Präsentation des Formel 1-Rennens in Barcelona am 27. August wurde erklärt, dass man an dem einen Wochenende rund 163 Millionen Euro generiert. Der Flughafen Girona setzte 2017 rund 506 Millionen Euro um und von diesen wurden 374 Millionen reinvestiert.

Man kann es drehen wie man will: Die Subventionen an Ryanair sind nicht fair, aber andersherum bringt die Fluggesellschaft einen gewissen Wohlstand in die Region - in erster Linie den Selbstständigen, die damit oftmals ein Überleben ihres Geschäftes finanzieren. Aber kann man bei solchen Gedankengängen die Subventionen für die Formel 1 gut heissen?

Jeder mag sich seine Gedanken darüber machen, aber wenn man so wie wir hier solch unfaire Vergleiche anführt, kann man bei aller Kritik an Ryanair Subventionen an diese nur positiv sehen.

Dienstag 10. September 2019 10.09.19 17:55

          

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