EMPURIABRAVA, 18.09.2019 - 03:27 Uhr

Roses und Empuriabrava: Bestehende Verkehrsmöglichkeiten besser nutzen

EMPURIABRAVA / ROSES: Bringt man einige – in diesem Blatt bereits mehrfach beschriebene Klagen und Perspektiven in einen Zusammenhang, ergeben sich erstaunlich unkomplizierte, für alle Beteiligten machbare und erfreuliche Lösungen.

Jeder kennt die „Bimmelbähnchen“, die Touristen durch die Gegend und zu mehr oder weniger sehenswerten Punkten karren. Sowohl in Empuriabrava und Sta. Margarita, vor allem aber in Roses und den dahinter liegenden Buchten verkehren sie auf Routen, die weit abseits der vom Busbetrieb bedienten Strecken liegen. Wer z.B. irgendwo oben auf dem Puig Rom eine Bleibe hat und zu Fuß an den Strand, oder in den Ort möchte, sieht sich gezwungen, den mehr oder weniger gefährlichen und nicht minder strapaziösen Ab- und Aufstieg in Kauf zu nehmen.

Wer irgendwo am Ortseingang von Empuriabrava wohnt und zu Fuß zum Strand möchte, sieht sich einem halb- bis dreiviertelstündigen Fußmarsch in zuweilen großstädtischen Verkehrsgetümmel gegenüber und nimmt dann doch lieber das eigene Auto, vor allem wenn der zwischen der Hafeneinfahrt und Sta. Margarita liegende Strand das Ziel ist.

Abendlich und nächtens gesellt sich noch die Frage des Alkoholkonsums dazu, d.h. angeheitert fahren ist gefährlich und von Strafe bedroht, besoffen laufen keine Alternative. Die wenigen Taxis stehen in keinem Verhältnis zum Bedarf, d.h. eines zu ergattern ist Glücksache und erfordert Geduld. Zudem reissen sie mehr oder weniger grosse Löcher in den Geldbeutel.

Was liegt da näher, als die ohnehin verkehrenden Bimmelbähnchen nicht nur zur visuellen Erbauung der Touristen, sondern auch als Gruppentaxis einzusetzen, die zumindest die wichtigsten Trampelpfade abfahren. Busse können das nicht leisten, sie sind zu gross und unbeweglich. Dasselbe gilt für die Kanäle und die Küste von Empuriabrava bis Almadraba, wo Wassertaxis einen wesentlichen Beitrag zur Entspannung der alltäglichen, vor allem aber der allnächtlichen Verkehrs- und Parkmisere leisten könnten. Attraktiver, als im Stau zu stehen, oder seinen Führerschein wegen Alkoholgenuss zu riskieren wär’s auf jeden Fall.

Wenn man hört und liest, dass die touristisch und politisch Verantwortlichen der Region in regelmässigen Abständen in der Weltgeschichte herumreisen, um sich Anregungen zur Bewältigung der eigenen Probleme zu holen, fragt man sich, welche Anregungen das sein mögen, die sie vor der eigenen Haustür den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen lassen.

Dienstag 10. September 2019 10.09.19 17:54

          

Weitere Meldungen: