EMPURIABRAVA, 18.09.2019 - 02:54 Uhr

Katalonien: Achtung, diese Pflanzen sind giftig!

KATALONIEN / SPANIEN: Es wird gepflanzt, gesetzt, gesät - auch in Katalonien.

Eltern von Kleinkindern sollten allerdings bei der Auswahl von Pflanzen darauf achten, dass nichts Giftiges im Einkaufswagen landet!

Schon geringe Mengen einer Giftpflanze können bei Kindern vom Krabbelalter bis zum Alter von drei Jahren zu schweren Vergiftungen führen.

Die Kleinen entdecken ihre Umwelt durch Lutschen und Kauen und stecken dabei auch ihnen Fremdes in den Mund.

Ob Eisenhut, Fingerhut oder Schierling - aus den verschiedensten Pflanzen wurden in den letzten Jahrhunderten immer neue Giftmischungen kreiert, je nachdem, welche Kombination aus Atemlähmung, Leberversagen oder inneren Blutungen gerade gewünscht war.

Erste Hilfe bei Vergiftungen:

Eltern, die das Gefühl haben, dass ihr Kind giftige Pflanzenteile verzehrt hat, sollten es genau beobachten.

Es schadet nie, dem Kind vorsichtshalber Wasser zu trinken zu geben (Leitungswasser oder stilles Wasser), um eventuell verschluckte Giftstoffe zu verdünnen.

Vorsicht bei folgenden Pflanzen:

Blauer und gelber Eisenhut

Der Eisenhut gehört zu den giftigsten Pflanzen Europas.

In den Blättern und vor allem den Knollen der Pflanze ist das Alkaloid Aconitin enthalten, das bereits in kleinen Mengen tödlich wirkt.

Aconitin verändert die Permeabilität der Zellmembranen und stört so die Signalübertragung

zwischen den Nervenzellen, Herz- und Atemstillstand sind die Folge.

Bilsenkraut, Stechapfel und Engelstrompete

Der Stechapfel, Datura stramonium, hat stachelige Früchte.

Engelstrompete (Trompetenbaum), Brugmansia spec., Frucht trägt keine Stacheln.

Engelstrompeten wachsen häufig als Zierpflanzen in Gärten und Parkanlagen.

Stechapfel findet man auf Ödland, Schutt und an Wegen. Er benötigt lockeren, stickstoffhaltigen Boden. Sein Verbreitungsgebiete ist ganz Europa, er ist aber ziemlich selten.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanzen enthalten (S)-Hyoscyamin und in jungen Pflanzen auch geringe Mengen Scopolamin.

Das Atropin, das sowohl in Stechapfel wie in Tollkirsche vorkommt, ist in Wirklichkeit eine Mi- schung aus (S)-Hyoscyamin und (R)-Hyoscyamin.

Die Vergiftungserscheinungen sind denen des Bilsenkrautes und der Tollkirsche sehr ähnlich.

Insbesondere - Samen und Blüten stellen für Kinder eine große Gefahr dar, weil sie im unreifen Zustand süß und schmackhaft sind. 15 - 20 Samen gelten für Kinder als tödliche Dosis.

Die Vergiftungs- symptome sind stark erweiterte Pupillen (Glanzaugen), fehlendes Erbrechen, Trockenheit der Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich, woraus sich Schluck- und Sprachstörungen ergeben. Haut- rötung und Pulsbeschleunigung, wie sie bei einer Tollkirschenvergiftung typisch sind, können bei Vergiftung mit Stechapfel fehlen, da der Gehalt an Scopolamin höher und der Atropinanteil niedriger ist als bei der Tollkirsche.

2 - 4 Stunden nach der Giftaufnahme können starke Halluzinationen auftreten, die mitunter tagelang anhalten.

Starke Vergiftung führt zu motorischer Unruhe des Patienten, zu Weinkrämpfen und Rededrang

sowie zu Raserei und Tobsuchtsanfällen, ferner erfolgt Bewußtlosigkeit und narkoseähnlicher Schlaf. Der Tod tritt durch Atemlähmung ein.

Die Giftstoffe wirken auf Tiere nicht so stark, wie auf den Menschen.

Dennoch ist der Stechapfel und die Engelstrompete giftig für Pferde, Rinder, Schweine, Hunde und Katzen, für Nager, wie Hasen und Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen sowie für Vögel.

Bei Pferden und Rindern kann es zu Vergiftungen kommen, wenn das verfütterte Sojaschrot mehr als 0,3 % Stechapfelsamen enthält.

Die Symptome einer Vergiftung sind Erbrechen, Durchfall sowie Herzrhythmusstörungen.

Gemeine Eibe

Die Eibe ist ein immergrüner Nadelbaum, der eine Höhe von 20 m erreichen kann.

Es gibt Bäume mit weiblichen sowie mit männlichen Blüten.

Die männlichen sind gelb und stehen kätzchenartig in den Achseln der Nadeln, die weiblichen weisen nur eine Samenanlage auf.

Die Eibe blüht von März - April. Die giftigen Samen reifen im Herbst in einem erst grünen, später roten, fleischigen Samenmantel heran.

Die Nadeln der Eibe sind weich und relativ breit. Der Baum wächst in Laubmischwäldern und benötigt kalkhaltigen Boden. Man findet ihn auch häufig in Parkanlagen und Gärten. Sogar in der Nähe von Kinderspielplätzen ist die Eibe angepflanzt, was absolut unverständlich ist, da die Nadeln und Samen hoch giftig sind.

Die Eibe hat ihre natürliche Verbreitung in ganz Europa, ist aber selten geworden, da sie früher ihres Holzes wegen in vielen Gegenden fast ausgerottet wurde.

Die Infos stammen von der Aktion „Das sichere Haus“ in Hamburg

Fortsetzung morgen

Dienstag 10. September 2019 10.09.19 17:49

          

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