EMPURIABRAVA, 18.09.2019 - 03:40 Uhr

Provinz Girona: Nur noch einen Monat Urlaubssaison?

PROVINZ GIRONA / KATALONIEN / SPANIEN: Die Hotels und das Gastgewerbe der Provinz Girona stöhnen – und sie stöhnen gewaltig. Die Gesamtauslastung in den Hotels und den Pensionen ist in diesem Jahr katastrophal und man hat ausgerechnet, dass die Belegung in den ersten zwei Wochen des Juli nicht einmal die 50%-Marke überschritt. Anfang August begann die eigentliche Saison – aber auch nur mit viel Wohlwollen bis zum 30. August. Das bislang der Besucherandrang an der Costa Brava so schwach war, hat nach Angaben des Präsidenten der Hostellerievereinigung der Provinz Girona mehrere Gründe.

Die Krise (welche Krise?) liess viele Leute zuhause bleiben, das mittelmässige Wetter in der Vorsaison tat sein übriges und die allgemeine wirtschaftliche Situation bereitet vielen potentiellen Touristen Probleme und der Urlaub musste gestrichen werden. Man lamentiert, das bisher wenig Ausländer zu beobachten seien und beispielsweise die Deutschen bis auf die Region Empuriabrava – und auch hier mit stark nachlassenden Zahlen - praktisch nicht existent waren. Nicht besser allerdings waren die Zahlen bei den Franzosen, die sich in diesem Jahr sehr zurückgehalten haben – bis auf kurze zwei Wochen im August.

Im August verzeichnete man an der Küste Belegungen von bis zu 86% in den Hotels. In den Zahlen nicht inbegriffen sind die Vermietungen von Häusern und Appartements sowie die Campingplätze, die teilweise schon Auslastungen von 80% verzeichneten.

Aber reicht es aber einfach nicht aus, nur vier Wochen im Jahr voll zu arbeiten. Dieser eine Monat kann die Verluste nicht ausgleichen und wenn sich die Situation nicht verbessert, wird man in den nächsten Jahren ein Firmensterben befürchten müssen und damit einhergehend Verluste von Arbeitsplätzen.

Leider hat der Präsident bei seinen Angaben einige Punkte schlichtweg vergessen. Die Ferienzeiten konzentrieren sich nun mal auf ein paar wenige Wochen und wie soll eine Familie mit schulpflichtigen Kindern ausserhalb der schulfreien Zeit Urlaub machen? Das Wetter bis Ende Juni/Anfang Juli hat nicht dazu animiert, Urlaub an der Costa Brava zu machen. Der Gast will in erster Linie Strand und Sonne und zumindest letztere war oft nicht da. Hinzu kommt das mittlerweile doch recht hohe Preisniveau, das viele doch lieber zu Hause bleiben lässt oder der eigentliche Sommerurlaub wird einfach um ein paar Tage verkürzt.

Früher dauerte die Hauptsaison auch maximal sechs bis acht Wochen und auch nur dann, wenn die grossen Bundesländer in Deutschland entweder sehr früh oder sehr spät ihren Ferienbeginn hatten. Und vielleicht sollte der Präsident auch einmal bedenke, das die Konkurrenz auf dem Urlaubsmarkt in den letzten Jahren ungleich grösser geworden ist und man auch weiter entfernte Ziele schnell und preiswert erreichen kann.

Möglicherweise hat man hierzulande ein paar Trends verschlafen und sich einfach auf den Erfolgen der Vergangenheit ausgeruht und es nicht für nötig gehalten, die Costa Brava für den Besucher attraktiver zu machen. Jetzt voll auf den einheimischen Tourismus zu setzten, ist völliger Quatsch, da auch hier das Geld zu einem seltenen Gut geworden ist und vielleicht Besucher kommen, diese aber so wenig wie möglich ausgeben. Statt zu lamentieren, sollte man versuchen, die Situation zu ändern.

Montag 09. September 2019 09.09.19 20:54

          

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