EMPURIABRAVA, 25.08.2019 - 13:10 Uhr

Beinahe wäre Empuriabrava doppelt so gross geworden

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Das Gemeindegebiet von Castelló d’Empúries ist enorm und dies wollten sich Anfang der 70er-Jahre private Anleger zunutze machen. Nach alten Plänen sollte neben Empuriabrava zwischen den Flüssen Muga und Fluvià im Naturreservat Aiguamolls auf 525 Hektar eine Urbanisation namens Port Llevant entstehen, die 65.000 Einwohnern Platz geboten und über befahrbare Kanäle verfügt hätte. 1974 wurden die Pläne vom damaligen Gemeinderat genehmigt und es wurde sogar schon angefangen zu bauen. Noch heute sieht man Überreste von Strassen und Bäumen, die wie an der Schnur gezogen durch einen Teil des Naturschutzgebiets verlaufen.

Die Investoren hatten jedoch nicht damit gerechnet, dass sich schon damals Umweltschützer vehement gegen die Pläne wehrten und für den Erhalt der Aiguamolls kämpften. Einsprüche, Unterschriftenaktionen und vor allem Gespräche mit der damaligen Regierung führten letztendlich dazu, dass die Pläne 1981 von der Generalitat gestoppt wurden und das gesamte Gebiet für alle Zeiten als nicht urbanisierbar erklärt wurde. Im Jahr 1983 wurde dies auch per Gesetz festgehalten und somit waren dann sämtliche Pläne unwiderruflich hinfällig.

Und wenn man Port Llevant doch gebaut hätte? Möglicherweise hätte sich dann Empuriabrava nicht so entwickelt oder aber man hätte heute einen Mega-Touristenort – denn die beiden Urbanisationen wären sicherlich zu einer zusammengeflossen - der Platz für circa 150.000 Menschen bieten würde.

Eigentlich gut, dass die Pläne verboten wurden, denn ansonsten wäre die Region nur um eine die Natur zerstörende Satellitenstadt reicher geworden.

Dienstag 13. August 2019 13.08.19 20:24

          

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