EMPURIABRAVA, 25.08.2019 - 14:10 Uhr

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft: Drogen aus Empuriabrava

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Schon vor über 30 Jahren ging fast die gesamte Haschischproduktion Marokkos auf dem Wasserweg nach – raten Sie mal! Ja, nach Empuriabrava, das damals noch Ampuriabrava hiess und Einfallstor für das Rauschgift war, weil die Hafeneinfahrt völlig unkontrolliert dalag. Die hochseriöse Zeitung „La Vanguardia“ brachte damals eine mehrseitige Reportage mit dem Titel „Los caminos de la droga“ und siehe da: Empuriabrava hatte das zweifelhafte Monopol, Zielhafen dieser Droge zu sein.

Inzwischen haben sich die Verhältnisse gründlich geändert, aber nicht zum Besseren. Im Gegenteil, heute werden die ungezählten Tonnen Haschisch von den Häfen Tanger und Nador in Marokko verschifft: in Containern an Bord von Frachtern, in Kleinflugzeugen, in Segelbooten und, einmal an Land, in LKWs weitertransportiert. Die spanischen Häfen Algeciras und Tarifa in der Provinz Cádiz sind Hauptanlaufstellen, aber von dort geht es weiter nach Almeria, Valencia, Barcelona und dem galicischen Vigo.

Der Rauschgifthandel ist in eine weit verzweigte Mafiastruktur gegliedert: das beginnt bei der Produktion, führt über die Lagerung bis hin zum Vertrieb. Das berichten spanische Polizei-und Ermittlungsbeamte, die in Marokko tätig sind, aber bisher keine grösseren Erfolge erzielen konnten. Inzwischen sind durch die Wirtschaftskrise auch ansonsten ehrliche Privatleute gezwungen, auf das schnelle Geld zu spekulieren, das man erreicht, wenn man sein eigenes Kleinboot für den Drogentransport zur Verfügung stellt.

Dienstag 06. August 2019 06.08.19 21:31

          

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