EMPURIABRAVA, 25.08.2019 - 13:55 Uhr

Teil 2 des Interviews mit dem Bürgermeister von Castelló und Empuriabrava, Salvi Güell

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Wie im ersten Teil des Interviews mit Bürgermeister Salvi Güell versprochen, wenden wir uns im zweiten Teil den Neuerungen zu, die speziell Empuriabrava in näherer – oder auch weiterer – Zukunft erhalten soll.

ARENA: Im ersten Teil des Gesprächs schlossen wir das Interview mit dem Thema Neuerungen, Pläne und sonstiges Neues ab. Was können die Bürger und Besucher denn in Empuriabrava demnächst erwarten?

Salvi Güell: Arbeiten wir uns systematisch von klein bis gross durch, wobei „klein“ hier auch noch Ausgaben in sechsstelligen Summen beinhaltet. Womit wir gerade anfangen ist, den Rasen auf dem Fussballplatz des Ortes abzutragen und durch einen Kunstrasen zu ersetzen – wie im Stadion von Castelló d'Empúries schon im letzten Jahr geschehen. Der Platz in Empuriabrava war kaum noch als Spielfläche zu bezeichnen und er war voller Löcher, Unebenheiten und ohne Gras und es war den Spielern alleine wegen der Verletzungsgefahr nicht mehr zuzumuten, darauf zu spielen. Und da Empuriabrava gerade aufgestiegen ist, sollte auch die Spielfläche der neuen Klasse entsprechend sein.



ARENA: Und wie sieht es mit der neuen Regelung der UEFA oder FIFA aus, dass der Untergrund frei von Partikeln des Mikroplastik sein muss und das bestehender Kunstrasen davon befreit werden muss?

Salvi Güell: Wir haben darüber noch keine Daten bekommen, aber ich werde mich informieren.



ARENA: Was kommt denn sonst noch?

Salvi Güell: Das Rathaus unter meiner Leitung bzw. in meiner ersten Amtsperiode in den Jahren 2007 – 2011 hatte schon Pläne ausgearbeitet, wie und vor allem wo man eine zentrale Busstation errichten könnte. Wir hatten damals den Mittelstreifen gegenüber dem Saloon oder dem Restaurant Taró favorisiert, hatten erste Kostenvoranschläge bekommen und die Pläne waren weit gediehen. Es fehlten aber die Genehmigungen aus Barcelona und somit konnten wir nicht weitermachen. Aktuell sieht es so aus, das die Generalitat das Projekt übernimmt – also auch 100% der Kosten – und das alles zwar eine Nummer kleiner ausfällt, aber errichtet wird der Busbahnhof auf jeden Fall – fragen Sie mich bitte jetzt nicht wann. Geracde für Empuriabrava wäre dies wichtig, damit die Bürger tatsächlich ohne eigenes Auto leicht überall hin kommen.



ARENA: …....

Salvi Güell: Nein, nein – jetzt mache ich weiter. Das nächste Projekt ist im Sektor Trabuc geplant. (Der grosse freie Platz an der Strasse Richtung Castelló an der Muga gelegen). Die dort noch stehende Ruine ist ein Schandfleck, aber wir dürfen nicht einfach saubermachen oder abreissen, da sich der ehemalige Bauernhof / Restaurant / Disco in Privatbesitz befindet. Wir sind aber mittlerweile so weit in den Verhandlungen, dass wir nun planen können und dort soll grossflächig eine Art Sportzentrum unter freiem Himmel entstehen mit evtl. Basketball, Boccia / Boule, Handball, Freilicht-Gym und vieles mehr – ich kann noch nicht genau sagen, was alles installiert wird, aber es wird eine Menge sein und wir wollen das Feld regelmässig aktualisieren. Da nicht neu gebaut werden darf, könnte das eine gute Lösung für viele Einwohner und Besucher sein, die Freizeit entweder sportlich oder in Gesellschaft zu verbringen.



ARENA: (Wir haben keine Gelegenheit mehr zur Unterbrechung, der Bürgermeister ist in Fahrt)

Salvi Güell: Das nächste Projekt ist die Übernahme des Wasserversorgers „Aqualia“ durch das Rathaus. Der bestehende Vertrag läuft aus und warum sollen wir dieses Geschäft einer ortsfremden Firma überlassen? In Castelló haben wir schon seit Jahren die Erfahrung mit der Verwaltung und Umsetzung einer Wasserfirma und das sollte auch auf Empuriabrava übertragbar sein. Wir wollen das alles ein wenig reorganisieren, Leitungen austauschen, die Wasserverwaltung besser und effektiver steuern und die Qualität – sie ohne Frage hervorragend ist – noch einmal verbessern. Die dann entstehenden Gewinne kommen natürlich auch wieder der Gemeinde zugute und damit allen Bewohnern.



ARENA: Also gehen die Supermärkte pleite, weil sie demnächst keine Wasserflaschen mehr verkaufen?

Salvi Güell: (lacht) So sieht es aus...... Noch zwei Themen. Wir wurden oft darauf angesprochen, dass das Festzelt im Hafen doch sehr viel Geld an Miete kosten muss und ob es nicht wirtschaftlicher und moderner wäre, eine eigene Halle zu bauen. Da geben wir den Fragestellern hundertprozentig recht und so schnell wie möglich werden wir an gleicher Stelle eine Festhalle bauen. Diese wird hochmodern sein und im Sommer kann man die Seitenwände nach oben fahren, um auch die gute Luft geniessen zu können und weil es drinnen nicht zu warm wird. Diese neue Halle ist das ganze Jahr über nutzbar für Veranstaltungen verschiedenster Art wie Konzerte, Feste, Theater, Kino, Versammlungen etc. Diese Halle steht dann auch Privatpersonen gegen einen kleinen Obulus für Strom, Personal, Sicherheit usw. für Feste zur Verfügung, aber hauptsächlich wird natürlich das Rathaus dort nette Dinge veranstalten. Castelló hat seine Mehrzweckhalle, Empuriabrava dann seine Festhalle.



ARENA: … und jetzt der grosse Knall, der wichtigste Plan, die Sensation?

Salvi Güell: Ja! Wir haben vor – und auch diese Pläne sind schon weit gediehen – die Hauptgeschäftsstrasse Empuriabravas, die Sant Mori, komplett zu reorganisieren. Wir meinen, nach 50 Jahren wird es langsam Zeit, das Aushängeschild in punkto Strassenbau in andere Dimensionen zu bringen. Ein paar Einzelheiten: zukünftig soll es pro Seite nur noch zwei Fahrbahnen geben, der Mittelstreifen wird verbreitert und modern gestaltet. Dort, wo sich die meisten Geschäft befinden, wollen wir ein einheitliches Bild erschaffen und das bedeutet, dass alle die gleichen Markisen haben sollten, den gleichen Aussenaufbau, die gleiche Grösse an Schaufenstern und einiges mehr. Dass das nicht bei allen auf grosse Gegenliebe trifft, haben wir schon festgestellt und problematisch ist, dass einige der Geschäfte von den Eigentümern betrieben werden, andere wiederum angepachtet sind und sich die Frage stellt, wer denn nun die Umbauten zahlt? Das Rathaus ist sich sicher, auch dies in den Griff zu bekommen und sobald die ersten Pläne – ganz grob – da sind, wird ARENA diese als eines der ersten Medien zur Veröffentlichung erhalten.



ARENA: Das alles kostet viel und wird dauern. Oder?

Salvi Güell: Natürlich. Die ersten Punkte werden wir in den nächsten vier Jahren abarbeiten können und hinzu kommt noch einiges mehr, über das ich im Moment aber noch nicht viel sagen kann. Die Umstrukturierung der Sant Mori wird nach unseren Kalkulationen mindestens zwei Legislaturperioden, also acht Jahre, dauern – eher noch ein wenig mehr. Hier spielt die Kostenfrage eine sehr grosse Rolle und wir müssen zunächst alles an Subventionen hereinholen, was nur irgendwie möglich ist. Und das dauert erfahrungsgemäss. Aber bei den Sondierungen hatten wir ein positives Echo und sobald nur irgend möglich, werden wir die Verhandlungen mit den Geschäftsinhabern angehen und parallel die Planungen des Strassenbaus, der Gartenanlagen und...und...und... angehen. Aber mittlerweile muss nach dem Gesetz wirklich für alles eine Ausschreibung her und das verzögert den Beginn der Bauarbeiten nicht unerheblich. Das war früher wesentlich einfacher, aber der Staat will damit natürlich die Korruption und Vorteilnahme möglichst unterbinden. Verständlich.



ARENA: Letztendlich wird es ein fast neues Empuriabrava oder zumindest ein Ort, der den Vergleich zu anderen nicht scheuen muss (was er sowieso nicht muss alleine wegen dem Alleinstellungsmerkmal Kanäle und dem tollen Strand). Möchten Sie unseren Lesern noch mehr mitteilen?

Salvi Güell: Es gibt noch eine Reihe von Kleinigkeiten wie z.B. das endlich alle alten Müllcontainer ausgetauscht werden, aber das heben wir uns für das nächste Gespräch eventuell im November auf .- wenn ARENA will.



ARENA: Klar wollen wir und der November passt auch perfekt – ist ja sowieso nicht viel los ;-)))))

Vielen Dank Senyor Alcalde, Herr Bürgermeister, für das Gespräch.

Dienstag 06. August 2019 06.08.19 21:34

          

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