EMPURIABRAVA, 25.08.2019 - 14:47 Uhr

Klaus Gerles, ehemaliger Betreiber der Amstel Taverne in Roses ist verstorben

SANTA MARGARIDA / KATALONIEN / SPANIEN: Die Nachricht vom Tode Klaus Gerles hat viele Menschen in der Bucht von Roses geschockt. Klaus war gemeinsam mit seiner Gattin Angelika „Gela“ jahrzehntelang Betreiber des deutschen Restaurants Amstel-Taverne in Roses und alleine ob dieser Tatsache kannten ihn natürlich unglaublich viele Menschen.

Freitagmorgen verstarb er mit 71 Jahren in den Armen seiner Frau im Krankenhaus in Figueres nach kurzer, aber heftiger Krankheit.

Vor vielen Jahren, als man sich in der hiesigen Region kennenlernte hörte man ihm immer gerne zu. Er war voller - manchmal verrückter - Ideen, aber immer ein angenehmer Gesprächspartner. In seinem Dialekt, dem Ruhrpöttischen, konnte er Sachen sagen, die man mit normalen deutschen Wörtern kaum nacherzählen kann, aber man verstand ihn. Woll?

Wir erinnern uns an Klaus, wie er vor dreissig Jahren in Roses im Restaurant Amstel-Taverne gemeinsam mit seiner Frau den meist deutschen Kunden ihre geliebten Speisen aus der Heimat servierte - in einer winzigen Küche hinter der Theke und mit den besten Bratkartoffeln der Welt. Alles war limitiert, doch Klaus verlor nie seinen Humor und obwohl ihm der Schweiss in Strömen von der Stirn rann, erzählte er noch lustige Anekdoten. Und genau das machte ihn aus und fast genau so war er auch privat. Mit den Jahren wurden er und seine Frau, die immer der Fels in der Brandung war, natürlich ruhiger und als die beiden Rentner wurden, sah man sich dann nicht mehr so oft - Pensionäre haben ja keine Zeit. Und wenn dann doch mal, war es immer eine Freude mit manchmal derben Sprüchen, die aber jeder so verstand wie sie gemeint waren - nicht bösartig.

Der aus Iserlohn (NRW) stammende fast immer fröhliche Mann feierte am 25.7. seinen 71. Geburtstag und er war mit seiner Frau Gela 49 Jahre und 11 Monate verheiratet – in einem Monat hätten die beiden ihre Goldene Hochzeit gefeiert. Mensch Klaus, hätteste nicht noch ein bisschen warten können?

Eines kann man noch hinzufügen: Mit Klaus ist ein Teil des Alt Empordà gegangen. Er war gemeinsam mit seiner Frau hier einer der deutschen Pioniere und sorgte mit Einsatz, viel Arbeit und Standvermögen dafür, dass sich seine und unsere Landsleute hier ein noch wenig wohler fühlten als vorher. Das Ehepaar Gerles sorgte als Anlaufstelle in Roses für Spass, für Trost, für Tipps, für Hilfe und nicht zuletzt gab es immer ein frisch gezapftes Bier und alles war wieder gut.

Schade, dass dieser Menschenschlag hier im nördlichen Katalonien - aber auch in Deutschland - so langsam ausstirbt. In der heutigen Zeit mit viel Ignoranz, schlechter Erziehung und menschenverachtendem Gebaren fehlen solche Menschen mit dem Herz am rechten Fleck und dabei könnten sie noch so viel von ihrer unendlichen Lebenserfahrung weitergeben. Das geht nun nicht mehr und Klaus geht als einer der letzten Aufrichtigen.

Frühere Abschiede waren kurze Floskeln wie Tschüss, Tschö, Ciao, Adiós oder Adeu. Man wusste immer, dass man sich wiedersehen würde. Aber heute? Was sagt man dem Gatten, einem Freund, einem Bekannten als allerletzten Abschiedsgruss? Dieses letzte Wort sollte von Herzen kommen und auch im Herzen bleiben. Klaus wird es schon hören - irgendwie und irgendwann.

Tschüss alter Gefährte - Du machst den Himmel ein wenig reicher und entspannter und ich hatte das Glück und die Freude, einige Jahre Dein Freund zu sein. (MO)

Samstag 03. August 2019 03.08.19 21:08

          

Weitere Meldungen: