EMPURIABRAVA, 18.11.2019 - 18:56 Uhr

Rathaus Roses traf Vereinbarungen mit den „Top Mantas“ am Strand

ROSES / KATALONIEN / SPANIEN: Das Problem der Top Mantas (Verkäufer illegaler Waren auf Decken) ist eines der grössten, die das Rathaus in Roses derzeit hat. Seit Jahren versucht man, den Heerscharen an Verkäufern – bis zu 300 sollen es in Santa Margarida sein – Herr zu werden, doch vergeblich. Sämtliche Möglichkeiten fruchteten nichts und sogar ein im letzten Jahr eingesetzter privater Sicherheitsdienst hatte keinen Erfolg, weil die Kompetenzen und Möglichkeiten des Einschreitens zu eingeschränkt waren.

Der neue Sicherheitschef des Rathauses, Joan Plana (ERC), möchte die Zahl der Polizisten erhöhen und dies sei wohl die einzige Möglichkeit, wieder Chef im eigenen Ring zu werden.

Vor dieser Massnahme setzte man sich mit dem Sprecher der Top-Mantas aus Roses, Serigne Falilou, der auch Präsident der Vereinigung „Ayuda Africa“ (Helft Afrika) ist, zusammen und kam zu einigen Übereinkünften, mit denen zumindest in diesem Jahr – angesichts der Situation - jeder einigermassen leben kann. Vorher meinte Falilou jedoch, dass die Polizei in diesem Jahr mehrfach alle Waren mitgenommen hat – und zwar wirklich alles – und den Verkäufern nichts mehr liess, sodass sie auch nichts mehr zu essen hatten.

Das Rathaus sieht es als kleineres Übel an, mit den Leuten zu reden und man vereinbarte folgende Punkte: Die Top-Mantas werden Zusammenstösse mit der Polizei vermeiden, die Küste und der Strand werden von ihnen sauber gehalten, der Fahrradweg wird nicht mehr belegt und es wird darauf geachtet, das sich die Zahl der Verkäufer nicht mehr erhöht.

Man erörterte auch die Möglichkeit, eine Lösung wie in Empuriabrava zu finden, wo die Verkäufer im Sommer ihre festen Stände haben und ihre Steuern zahlen (müssen). Joan Plana lehnte dies für den Moment ab, weil solche Stände einer öffentlichen Ausschreibung bedürfen und es keine Garantie gibt, dass nicht trotzdem noch sehr viele Verkäufer nach Roses und Santa Margarida nachziehen, die dann an anderen Stellen versuchen, ihre Waren zu verkaufen.

Falilou betonte noch, dass die meisten der Verkäufer gültige Papiere haben, Spanisch sprechen, aber grosse Probleme haben, überhaupt Arbeit oder eine Unterkunft zu bekommen. Die meisten leben sechs Monate hier in Roses und sechs Monate in Andalusien, wo sie allerdings als Tagelöhner unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen leiden.



Freitag 02. August 2019 02.08.19 07:06

          

Weitere Meldungen: