EMPURIABRAVA, 15.10.2019 - 11:04 Uhr

Aufgeschlüsselt: Sind fleischfressende Pflanzen gegen Mücken im Haus erfolgreich?

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Unsere Kollegen der Wochenzeitung „Empordà“ veröffentlichten dieser Tage einen Tipp, wie man Mosquitos oder Fliegen erfolgreich aus den Wohnungen vertreiben bzw. endgültig das Problem lösen kann.

Durch die momentane Hitze möchte eigentlich jeder, der nicht über eine Klimaanlage verfügt oder Ventilatoren in der Grösse von Traktorreifen aufgestellt hat, etwas Luft in der Wohnung haben und was bietet sich da logischerweise an: natürlich das geöffnete Fenster. Wenn keine Mückengitter vorgebaut sind, entwickelt sich allerdings ein Problem, das die meisten vor allem noch von früher kennen: Horden und Myriaden von Mosquitos können dem süssen Duft des Blutes (oder der Haut) nicht widerstehen und nuckeln an dem Menschen, während dieser selig schläft. Am nächsten Morgen dann die böse Überraschung, wenn der Körper mit kleinen Beulen übersät ist, die auch noch höllisch jucken. Dem Mosquito ist es egal, denn er ist satt.

Klar: man könnte in der Nacht mit einer zusammengefalteten ARENA eine Mückensafari veranstalten, aber erstens ist die Zeitung zu klein und zweitens sehen blutbesprenkelte Wände auch nicht gerade appetitlich aus. Oder man benutzt Chemie wie Stecker, Spray oder sonstige Keulen von BASF oder Bayer und mit etwas Glück überlebt man anschliessend diese Brachialmethode. Dann gibt es da noch Geräte, die die lästigen Biester anziehen und verbruzzeln lassen oder mit irgendwelchen Summern fern halten - wer das schon einmal ausprobiert hat weiss, dass auch dies nichts nützt und dazu noch teuer ist. Also sind eigentlich nur Mückengitter hilfreich, aber die kann man nicht eben mal in einer Mietwohnung anbringen.

In den Artikel der Kollegen steht nun ausführlich beschrieben, das „fleischfressende Pflanzen“ (auf katalanisch „Carnivores“) das Mosquitoproblem beseitigen und das auf vollkommen natürlichem Wege. Das stimmt, ist aber auch etwas aufwendig. Zum einen kann solch eine Pflanze, die man problemlos bei IKEA, Leroy Merlin und auch manchmal im LIDL erwerben kann, immer nur eine einzige Mücke oder Fliege anziehen und dann über mehrere Tage verdauen (für eine durchschnittliche Wohnung braucht man also circa geschätzte und nicht nachgezählte 2.000 dieser Pflanzen und muss aufpassen, nicht selber verdaut zu werden). Allerdings brauchen diese Pflanzen viel Sonnenlicht, viel Pflege (Wässern, lüften, umstellen, jeden Abend einen Gute-Nacht-Kuss etc.) und man ist praktisch den ganzen Tag damit beschäftigt, diese Killer zu unterhalten und vor dem Ende in Form von Verwelken oder Ertrinken zu retten.

Wir wissen jetzt nicht, ob sich die Freunde des „Empordà“ einen Scherz mit diesem Beitrag erlaubt haben oder ob das tatsächlich auf ausführlicher Recherche beruht. Vielleicht sollten wir den Jungs eine LKW-Ladung fleischfressender Pflanzen spendieren und abwarten, was passiert: entweder laufen sie dann nach ein paar Tagen mit rotgeränderten Augen wegen Schlafmangel oder mit Anzeichen einer Hügellandschaft auf dem Körper herum – in jedem Fall wird das Experiment desaströs enden.

Dienstag 02. Juli 2019 02.07.19 17:36

          

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