EMPURIABRAVA, 15.12.2019 - 21:45 Uhr

Achtung! Die Verrückten sind wieder unterwegs! Mit dem Fahrrad von Empuriabrava nach Monheim!

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Es gibt schon seltsame Menschen. Das weiss man ja auch, aber die meisten sind harmlos und schaden keinem. Aber es gibt auch die anderen. Das sind die, die sich freiwillig den Gefahren der Strasse aussetzen, der Sonne, den Strassengräben und wild gewordenen Autofahrern. Man sollte eigentlich meinen, dass sich in diesen Zeiten niemand mehr – vor allem in stark vorgerücktem Alter – so etwas antut, aber weit gefehlt.

Schon vor fünf Jahren fuhren die Brüder Werner Miehle und Wolfgang Strate von Monheim (das liegt irgendwo bei Vizekusen in der Walachei) - oder wie der Nichtfussballer sagt: „Leverkusen die Stadt der Pillendreher“ - sagenhafte 1.540 Kilometer mit dem Fahrrad nach Empuriabrava und haben das überlebt. So etwas macht der Normalsterbliche eigentlich nicht, aber für solche Giftmischer aus Leverkusen (wobei einer tatsächlich bei BASF arbeitet), ist das kein Problem.

Akribisch wurde die erste Fahrt durchgerechnet und heraus kam, dass die beiden damals 332,12 kg CO2 eingespart haben, zusammen 20.950 Kalorien verbrauchten und 461,28 Euro Spritkosten einsparten. Nach ein paar Wochen Fahrtzeit kam das Brüderpaar tatsächlich gesund und ohne Verletzungen in Empuriabrava an.

Man dachte, das Lebenswerk wäre vollendet, aber nix da. Werner und Wolfgang bereiteten sich nach fünf Jahren Pause gezielt auf die neue Tortur ab Empuriabrava vor und der eine, der Dünne, nahm extra 30 Kilo ab und der andere, der Pummelige, legte 15 Kilo zu. Mal sehen, ob bei Nummer 2 die Reifen und Felgen das Gewicht aushalten.

Jedenfalls will das Duo ab kommendem Dienstag oder Mittwoch oder Donnerstag immer etwa 10-20 Kilometer parallel zur Autobahn radeln und ab Lyon dann den Rhein / Rhone-Kanal bis Mühlhausen und anschliessend entlang des Rheins bis nach Monheim fahren. Ob sie das schaffen? Ende Juni, Anfang Juli brennt der Stern schon sehr stark und das wird vor allem dem Pummeligen (ist übrigens der Wolfgang) nicht behagen. Er sagte uns vor ein paar Tagen, das es nicht sicher sei, ob man die Tour schafft, aber das soll wohl nichts anderes als schon jetzt eine Entschuldigung für eine eventuelle peinliche Aufgabe sein.

Vor fünf Jahren bewältigten die beiden die 1.540 Kilometer – die Strecke neben der Autobahn ist länger als der Weg mit dem Rad – in 18 Tagen. Der pummelige Wolfgang (damals noch nicht so aufgeschwemmt) benötigte ein Jahr später nur neun Tage!!!!

Aber ernsthaft: das ist schon eine tolle Leistung der beiden Herren, die schon fast das Methusalemalter erreicht haben. Es gibt zumindest hier in der Bucht nicht viele, die das nachmachen könnten – vor allem nicht diejenigen, die nicht über die nötige Kondition oder auch Konstitution wegen zu viel Bier und Mirácoli verfügen. Es geht nämlich schon ein paar Hügel hoch – man denke nur an den Grenzübergang Spanien / Frankreich, wo es stellenweise steil hoch und wieder runter geht – und das werden die beiden sicherlich auch in den nächsten Tagen in den Oberschenkeln spüren. Man darf zudem nicht vergessen, dass nicht nur das eigene Gewicht mitgeschleppt werden muss, sondern auch das nötige Gepäck und das bringt nochmals ein paar Kilo auf die Waage.

Also: Respekt vor der Leistung, vor dem Vorhaben überhaupt und vor dem hoffentlich erfolgreichen Kampf mit dem inneren Schweinehund. ARENA und wahrscheinlich halb Empuriabrava wird den beiden „Jan Ullrichs für Arme“ die Daumen fest drücken.

PS. Britische Buchmacher nehmen noch Wetten an, ob die beiden erfolgreich sind und die geplante Strecke ohne Nutzung anderer Verkehrsmittel bewältigen. Mit Werner kann man kein Geld gewinnen, da er die Tour locker schafft. Auf Wolfgangs Ausgang zu bieten, lohnt sich, denn die Quote für ein frühzeitiges Aufgeben steht derzeit bei 1:9135 …...

Donnerstag 20. Juni 2019 20.06.19 21:49

          

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