EMPURIABRAVA, 24.06.2019 - 21:47 Uhr

Kommentar zu den Massnahmen gegen das Rauchen in Katalonien

KATALONIEN / SPANIEN: Sollten die neuen Pläne gegen das Rauchen durchgesetzt und ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden, bedeutet dies eine massive Einschränkung für die Raucher – die ja mit ihrem blauen Dunst einen nicht unerheblichen Anteil am Steuereinkommen des Staates leisten – bei ihrer Freizeit – und Pausengestaltung, sondern ihnen wird auch ein Teil ihrer Privatsphäre genommen, wenn das Verbot des Rauchens im Privatauto tatsächlich kommt. Der Aspekt Sicherheit ist natürlich ein Argument und ganz sicher wird der eine oder andere beim Genuss einer Zigarette abgelenkt – vor allem, wenn diese beim ungeschickten Ziehen auf dem Schoss oder im Fond zwischen den Pedalen landet und man versucht, die Kippe mit einigen körperlichen Verrenkungen doch noch daran zu hindern, den gesamten Fahrgastraum in eine stinkende Müllhalde zu verwandeln.

Aber was will man nicht noch alles verbieten? Mobiltelefon, der Gebrauch von GPS, Essen und Trinken, zu laut Musik hören, knackiger Sex auf dem Fahrersitz (während des Fahrens) und nun auch noch das Rauchen lassen einen passionierten Autofahrer doch verzweifeln und vor Langeweile geradezu vergehen. Natürlich hat der Verkehr in den letzten Jahren zugenommen und das Fahren erfordert mehr Konzentration, aber andererseits: was nützten alle Verbote, wenn man vor lauter Nichtstun (ausser fahren), sanft einschlummert und sich dann um den nächsten Baum wickelt?

Neenee – da wird einfach übertrieben und man sollte doch auch mal an den Menschen denken, der hinter dem Steuer sitzt.

Einen Punkt aber gibt es doch noch zur Verteidigung solch eines Gesetzes: der Schutz der Jugend. Es ist nun mal so, das vieles, was Papa und Mama machen, einfach kopiert wird, weil es schon richtig ist, was seinem gezeigt wird. So ist das nun mal auch beim Rauchen – hier kommen natürlich noch Freunde ins Spiel – und das möchte der Gesetzgeber verhindern, da nach Statistiken wieder mehr junge Leute mit dem Rauchen anfangen als noch vor Jahresfrist. Diese zu schützen ist wichtig, aber doch bitte nicht ganz so drastisch und ohne den „Grossen“ einen Teil ihren ungesunden Lebensfreude zu nehmen.

PS. Im letzten Jahr starben in Katalonien 9.500 Menschen an den Folgen des Rauchens.

Freitag 07. Juni 2019 07.06.19 18:49

          

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