EMPURIABRAVA, 18.09.2019 - 22:29 Uhr

Empuriabrava: Nichtzahlern der Kanalgebühren drohen Pfändungen im Heimatland

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Für all diejenigen, die bisher meinten, für ihren Anlegeplatz an dem Kanälen in Empuriabrava nichts zahlen zu müssen, brechen schwere und harte Zeiten an.

Bei einer Presse- und Informationskonferenz am 6. Juni 2019 – zu der ARENA übrigens als einziges ausländisches Medium geladen war und insgesamt waren überhaupt nur zwei zugelassen – erklärte Quim Cruset, Geschäftsführer der Firma MCS, den Anwesenden (zumeist Chefs von Immobilien – oder Nautikfirmen) im Centre Cívic die neuesten Entwicklungen zum Thema Kanalgebühren und vor allem die letzten Entscheidungen der hiesigen Gerichte betreffend der Nichtzahler der Kanalgebühren.

Senyor Cruset begann damit, das man seitens der Nutzergemeinschaft der Kanäle „MCS“ und des Konzessionärs die enttäuschende Zahlungsmoral eines eben nicht geringen prozentualen Anteils von Anlegern an Kanalgrundstücken beklagte und betonte, das die nun neuen und folgenschweren Massnahmen nicht im Sinne der Gesellschaften sei, aber bei Aussenständen von 1,5 bis 2 Millionen Euro eben auch unumgänglich ist.

Gerichte haben der „MCS“ insofern zugestimmt, als das härtere Massnahmen vonnöten sind, um die säumigen Zahler mit Nachdruck darauf aufmerksam zu machen, das dies so nicht gehe. Aus diesen Urteilen heraus ist folgende Anklage – und Massnahmenkette gegen Nichtzahler entstanden und diese sieht ab sofort so aus und gilt für die Zeit ab 2011 (!):

Zunächst wird noch einmal versucht, die Sache gütlich zu regeln. Sollte dies nicht fruchten, werden Anwälte und Gerichte eingeschaltet, eventuell ein Termin beim Friedensrichter anberaumt und sollte auch hier keine Einigung erzielt werden, geht der Fall zu einem übergeordneten Gericht und über die Nationalpolizei (hier auch Kriminalpolizei) wird der Wohnort und die Adresse des Schuldners in seinem Heimaltland ermittelt und das dann eingeschaltete Gericht wird auf jeden Fall zugunsten vom MCS entscheiden und das Urteil mit allen Beweisen wird in die jeweilige Landessprache von professionellen Dolmetschern übersetzt und anschliessend dem für den Zahlungsunwilligen zuständigen Gericht in seinem Land überstellt und dieses Gericht muss für die Zustellung und – wenn immer noch nicht gezahlt wird – für die Durchsetzung des Urteils am Heimatort des Schuldners sorgen.

Wer jetzt immer noch annimmt, dass das alles immer noch nicht ernst zu nehmen ist, wird sich wundern. Sämtliche Kosten werden auf die säumige Summe an MCS aufgeschlagen und Quim Cruset erläuterte, das aus einer Rechnung über 2.000 Euro 10.000 Euro werden und bei 5.000 Euro Schulden später 20.000 Euro zu zahlen sind (natürlich mit allen Belegen und Kostenaufstellungen). Im schlimmsten Fall wird im Heimatland des Säumigen gepfändet und das kann natürlich sehr unangenehm werden. Ob das Finanzamt in beispielsweise Deutschland oder Frankreich zusätzlich informiert wird, wurde nicht bestätigt – aber auch nicht verneint.

Für einige Schuldner ist noch Zeit, alles gütlich zu regeln, für andere kommt es schon zu spät, da die entsprechenden Unterlagen schon ausgestellt sind.

Sicherlich werden nun viele entsetzt reagieren, Schutz und Hilfe bei entsprechenden Stellen suchen, aber es wird nichts mehr nutzen. Je länger man die Zahlungen hinauszögert, um so grösser wird der Schaden und die Gefahr einer Pfändung wächst. Mit seinen letzten Worten meinte Quim Cruset, dass es letztendlich egal sei, wie der Schuldner reagiert und nur eines sei sicher: er wird auf jeden Fall zahlen – wie auch immer.

Donnerstag 06. Juni 2019 06.06.19 20:32

          

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