EMPURIABRAVA, 26.05.2019 - 01:03 Uhr

ARENA on tour bei „Metallica“ in Barcelona

BARCELONA / KATALONIEN / SPANIEN: Am Sonntag war es endlich so weit: über ein halbes Jahr nach dem Erwerb der Tickets stand das „Metallica“-Konzert in Barcelona vor der Tür und zu viert wollten wir uns die „Worldwired Tour 2019“ der altehrwürdigen Herren aus den USA im Olympiastadion auf dem Montjuïch nicht entgehen lassen.

Einer von uns wollte die Nacht über unbedingt in Barcelona bleiben (unser niederländischer Freund Mario von der Bar El Timoner in Empuriabrava) und fuhr schon mit dem Zug vor und wir restlichen drei stiegen gegen 17.00 Uhr ins Auto, denn wir wollten natürlich pünktlich zum Konzertbeginn um 21.00 Uhr im Stadion sein (die beiden Vorgruppen „Bocassa“ und ·“Ghost“ interessierten uns nicht so sehr).

Alles schien klar und unser Fahrer „Eisenbieger Chris Mayer“ von der gleichnamigen Schlosserei meinte, er würde hunderte Parkplätze in der Nähe des Stadions kennen – darauf kommen wir noch zurück. Adrian, der dritte im Bunde und tätig für die Immobilienfirma Sotheby's in E-Brava und als dritter im Bunde der Verfasser dieser Zeilen waren beruhigt und wie das so ist auf einer längeren Fahrt, wurde diskutiert, gescherzt und gefachsimpelt – natürlich über Heavy Metal-Musik.

Das Barcelona etwas voller als normal war, sahen wir schon auf der Autobahn, wo wir uns stellenweise langsamer bewegten als normal– aber es war ja Zeit genug. In Barcelona selber ging es dann Richtung Plaça Espanya (ist zwar relativ nahe am Montjuïch-Berg, aber eben auch sehr hektisch) und da standen wir dann erst einmal. Um den Platz zu umrunden waren locker 15 Minuten nötig und irgendwann fanden wir dann auch die Einfahrt zu einem Parkhaus, wo wir das Auto nur kurz abstellen wollten, weil noch etwas Nahrhaftes in die Magengegend geschoben werden musste – es war ja noch Zeit genug. Lange Rede kurzer Sinn: im Parkhaus war kein Parkplatz frei (sehr seltsam) und fuhren nach der Zahlung von 40 Cent für das Nicht-Parken wieder raus und mussten wieder um die Plaça Espanya kurven – der Leser erinnert sich: 15 Minuten – um dann irgendwie Richtung Berg zu kommen, wo die vielen Parkplätze sein sollten – die Zeit rann nun und wir konnten uns die Knabberei abschminken.

Die vielen hundert Parkplätze entpuppten sich dann alle als besetzt und nach endloser Kurverei fand der Eisenbieger dann endlich auf einem Bürgersteig noch eine Lücke – es blieb uns noch eine Stunde bis zum Konzertbeginn..... Als wenn wir nicht schon genug bestraft worden wären (Grrrr Eisenbieger!!!), wurden wir durch die Beschilderung dann auch noch einmal rund um das Stadion inklusive aller Anbauten wie Palau Sant Jordi, Schwimmhalle etc. gejagt und nach knapp einer Stunde strammen Marschierens hatten wir es dann endlich geschafft und konnten uns unter die anderen 55.000 – 60.000 „Metallica“-Fans mischen. Zwischenzeitlich wollten wir dem Eisenbieger an den Kragen, weil wir mal eben vier Stunden gebraucht hatten, um von Empuriabrava aus ins Olympiastadion zu gelangen, aber nachdem er uns versichert hatte, später das Auto alleine zu suchen und uns dann abzuholen, hatten wir uns alle wieder lieb.

Im Stadion trafen wir dann auch auf Mario und kurze Zeit später begann das lang erwartete Konzert – und wie. Wir werden hier jetzt nicht eine Komplett-Liste der gespielten Songs bringen – die meisten kennen wahrscheinlich nicht ein einziges Lied – aber in den knapp zweieinhalb Stunden lieferten die älteren Herren bei schier unmenschlich lautem, aber sauberen Sound einen Geniestreich ab. Natürlich ragten die beiden Über-Klassiker „One“ und „Master of Puppets“ noch einmal über den Rest hinaus, aber es gab tatsächlich – und das ist selten – nicht einen einzigen Ausfall. Wurde das Konzert zwei Tage vorher in Madrid noch heftig kritisiert, war es in Barcelona nahezu perfekt.

„Metallica“ ist seit 38 Jahren aktiv und gehört zu den drei grössten Acts weltweit der etwas schnelleren Musikrichtung und der Schreiber hat sie nun schon zum fünften Mal gesehen – das erste Mal war 1991 im Rahmen eines „Monsters of Rock“ ebenfalls im Olympiastadion als Vorgruppe von „AC/DC“. Klar wiederholen sich immer wieder Songs, aber letztendlich knallen diese live derart, das man sie nicht mit Studioaufnahmen vergleichen kann und deshalb bei jeden Konzert ein neues Erlebnis bedeuten.

Lange Rede kurzer Sinn: die Qualen der Fahrt und des Marschierens haben sich gelohnt, obwohl wir alle am Montag immer noch Rückenschmerzen, Probleme mit den Waden und einen dauerhaften Ziehen in den Beinen litten. Da zeigt sich dann doch, dass die älteren Semester nicht mehr so mithalten können wie noch vor dreissig Jahren und mehr und die Erholungsphasen immer länger dauern.

Die Rückfahrt verlief unspektakulär und gegen 2.30 Uhr erreichten wir den Heimatort wieder.

An dieser Stelle noch mal ein „Danke schön“ an die drei anderen Jungs für den tollen Support und die mehr als angenehme Gesellschaft. Es stimmt doch: „The gods made Heavy Metal and they said that it is good!“

Montag 06. Mai 2019 06.05.19 18:19

          

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