EMPURIABRAVA, 19.05.2019 - 15:39 Uhr

Empuriabrava: Avinguda Joan Carles I heisst demnächst Avinguda República Catalana

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Am Donnerstag bei einer Ratssitzung im Rathaus von Castelló d'Empúries fiel die Entscheidung – nach vorangegangenem Antrag – eine der Hauptstrassen Empuriabravas einen neuen Namen zu geben: aus der Avinguda Joan Carles I wird nun die Avinguda República Catalana.

So weit, so gut.

Ob man diese Umbenennung gut heisst oder nicht, liegt zunächst einmal in der Sicht des Betrachters, bei den Anwohnern und ob man eventuell touristische Nachteile erleidet, weil dieser Name zumindest im restlichen Spanien wohl kaum Zustimmung erhalten wird. Warum? Weil es offiziell noch keine katalanische Republik gibt!

Warum denn nun diese plötzliche Umbenennung? Bürgermeister Salvi Güell erklärte, dass man schon 2012 einen Antrag verabschiedete, in dem es um die Eliminierung „Borbonischer Namen“, also Namen im Zusammenhang mit dem spanischen Königshaus, ging. Nun musste offensichtlich eine Entscheidung her, allerdings hat man das Gefühl, das alles ein wenig „Hals über Kopf“ ging. Vor ein paar Wochen wurden diverse Vorschläge für einen neuen Namen der Avinguda Joan Carles I (genau wie die sich in Castelló befindliche Strasse „Alfons XIII“) diskutiert und nach einer ersten Abstimmung wurde eben der Name „República Catalana“ favorisiert.

Auf der Plenumssitzung vom Donnerstag, den 28.3., kam es dann zur endgültigen Abstimmung und die Regierungskoalition aus ERC und CiU stimmte mit 10 Stimmen dafür, die Opposition aus PP, Plataforma und Udem mit 5 Stimmen dagegen und der Vertreter der PSC enthielt sich.

Aber es war keine ruhige Sitzung. Zahlreiche Anwohner und andere Protestler hatten sich eingefunden und wollten die Abstimmung beeinflussen, wenn nicht gar ganz abblasen. Hauptargumente waren, dass das Rathaus zwar per Bürgerentscheid die Farbe der Blumen am Strand ermittelte, aber bei solch einer wichtigen Abstimmung die Bürger aussen vorliess und vor allem, dass das ganze Prozedere eine Menge Geld kostet und zwar die Anlieger. In erster Linie auf die an der Avinguda gelegenen Geschäftsleute kommen enorme Sonderkosten wie z.B. für die Umschreibung der „neuen“ Adresse im Grundbuch, für Werbemittel wie Visitenkarten, Briefbögen etc., Änderungen auf der Website und möglicherweise für ein Austauschen der Aussenreklame etc. etc. zu.

Schade war, das bei der Sitzung nicht auf die Fragen oder Wünsche der anwesenden Besucher eingegangen wurde. Warum nicht, wurde nicht deutlich.

Jetzt muss man erst mal sehen, was wird und ob das Rathaus die Schilder schnell austauscht oder sich vielleicht doch noch Gedanken darüber macht, ob dies nicht ein verhängnisvoller Schnellschuss zur falschen Zeit war. Es werden schon Stimmen laut, diesen Fall vor Gericht zu bringen und das Rathaus damit zu zwingen, die Namensänderung eventuell rückgängig zu machen.

Möglicherweise wäre es schlauer gewesen, einen anderen Namen aus den Vorschlägen des Rates zu nehmen wie z.B. Avinguda 11 de Setembre (Avgda. 11. September) oder ganz einfach Avinguda Montserrat in Anlehnung und zu Ehren an die so erfolgreiche, aber leider schon verstorbene Supermarktbetreiberin Maria Montserrat.

Freitag 29. März 2019 29.03.19 20:11

          

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