EMPURIABRAVA, 20.05.2019 - 01:20 Uhr

Spanische Papiere werden teuer

KATALONIEN / SPANIEN: Wer die Absicht hat, die spanische Staatsbürgerschaft zu erwerben, muss mit etwa 300 Euro Kosten rechnen. Gleich als Anzahlung wird – unabhängig von dem Ergebnis des Antrages – eine Gebühr von 100 Euro erhoben. Ohne diese Anzahlung wird kein Antrag bearbeitet. Menschen, die aus Ländern kommen, in denen Hochspanisch nicht Amtssprache ist, müssen ihre Spanischkenntnisse durch ein Cervantes-Institut prüfen lassen und ein Sprachdiplom erwerben, das 121 Euro kostet und nur Grundkenntnisse bescheinigt. 

Ein zweites Examen für den Kandidaten, der spanischer Staatsbürger werden will, ist ein Test von 25 Fragen zu spanischer Landeskunde und der staatlichen Verfassung.  Der Test kostet 85 Euro. Beantwortet der Kandidat weniger als 15 dieser Fragen richtig, fällt er durch und muss weitere 85 Euro – sozusagen als Strafe – zahlen.

Bisher waren alle diese Formalitäten kostenfrei und die Kandidaten mussten nur nachweisen, dass sie nicht vorbestraft waren. Die Beamten des Standesregisters durften allerdings so viele Fragen nach dem Kenntnisstand in Bezug auf die spanische Sprache und Landeskunde stellen, wie es ihnen angezeigt erschien. Um spanischer Staatsbürger werden zu können, müssen die Antragsteller 10 Jahre in Spanien gelebt haben; bei Flüchtlingen sind es fünf Jahre. Aspiranten aus lateinamerikanischen Ländern, den früheren Kolonien und Andorra  müssen mindestens zwei Jahre auf  spanischem Territorium gelebt haben Das Cervantes-Institut hat bereits mit der Verbreitung der Formulare für die Anwartschaft auf spanische Nationalität begonnen und 60% der Fragen beziehen sich auf  „Regierung, Gesetze und Bürgerbeteiligung“, die restlichen 40 % auf „Geschichte, Kultur und Gesellschaft“. Der Test dauert 45 Minuten und die Antwort, ob der Kandidat bestanden hat, ergeht innerhalb von drei Wochen.

Montag 11. März 2019 11.03.19 19:28

          

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