EMPURIABRAVA, 11.08.2020 - 03:29 Uhr

Satire: Empuriabrava und seine Fahrradwege

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Es muss so vor 12, 13 Jahren gewesen sein, als in Empuria der erste Fahrradweg, rot angestrichen, auf der Migjorn eingerichtet worden ist. Für solche, die mit Migjorn absolut nichts anfangen können, das ist die Querstrasse von der Juan Carlos zum Camping Rubina. Die Verwirrung damals unter den Radfahrern war beträchtlich, weil die weiß gemalten Richtungspfeile eindeutig einen Linksverkehr vorschrieben. Da gab es halt einige, die den Weg entsprechend benutzten, aber halt auch einige, die das nicht so sahen oder nicht einsehen wollten. Von größeren Zusammenstössen habe ich allerdings nichts gehört. Nun, der Zahn der Zeit nagte nicht nur an der roten Farbe, auch die aufgemalten Fahrräder und Pfeile in Weiss wurden immer unsichtbarer.

Dann vor einigen Jahren entdeckte das Rathaus in Castello wieder sein Herz für die radelnde Bevölkerung und die Zunft der Strassenmaler. Neue Radwege, wieder schön in Rot, entstanden an allen Durchgangsstrassen, die Platz dafür hergaben. Und diesmal waren die Richtungspfeile auf Rechtsverkehr ausgelegt, wie es sich auch sonst in Spanien (Entschuldigung: Catalunya)  so gehört.

Für alle, die es gewohnt waren, auf dem Mugadamm das Rad zu bewegen, mit wunderbarer Aussicht und frischem Wind, gab es heftiges Kopfschütteln, als unten in der Niederung der Mugastrasse rote Radwege aufgemalt wurden und die Parkplätze zur Mugaseite hin mit Betonbalken abgeschottet wurden. Na ja, lezteres geschah zu der Zeit, in der das Rathaus auf saftige Einnahmen aus Parkgebühren setzte und jede Menge nicht parkgebührpflichtige Strassenzüge mit gelben Streifen vor zuviel ruhendem zahlungsunwilligen Verkehr schützte.

Und wie es immer so ist, wenn von der Politik ein Zuviel installiert wird, danach kommt es meist zu heftigem Zurückrudern. So wurden danach halt gelbe Streifen wieder entfernt und neue Parkplätze an der Mugastrasse eingerichtet. Böse Zungen behaupten doch glatt, das Rathaus wäre des Parkkonzessionärs überdrüssig und versuche diesen auf hinterlistige Weise aus dem Geschäft zu boxen. Denke sich da jeder seinen Teil!

Parallel zu den neuen Parkplätzen an der Mugastrasse, jetzt Einbahnstrasse, wurde

das rote Radfahrnetz konsequent fortgeführt. Doch wenn ich mir die neu aufgemalten Radwegzeichen so ansehe, kommt bei mir der Verdacht hoch, daß die Katalanen ziemlich mit den Brexitleuten von der britischen Insel sympatisieren. Da wurde nämlich ganz klar schon wieder der Linksverkehr für Pedaltreter eingeführt.

Oder sollten etwa die Anstreicher ihre Malschablone verkehrt herum aufgelegt haben? Denke sich da jeder seinen Teil!

Montag 18. Juli 2016 18.07.16 21:25

          

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