EMPURIABRAVA, 08.08.2020 - 02:25 Uhr

Wohin führt die Hispanisierung und Katalanisierung fremdsprachlicher Namen und Ausdrücke?

KATALONIEN / SPANIEN:  Obwohl man uns Deutschen hierzulande oft eine gewisse „Zurückhaltung“ bezüglich des Erlernens und Benutzens des Spanischen und des Katalanischen  vorwirft, nehmen wir im europäischen Vergleich eine “fremdsprachliche“ Vor- reiter-, bzw. Spitzenposition ein.

Nicht nur, dass der Anteil derer, die Fremdsprachen wenigstens einigermassen beherrschen unter den Deutschen am höchsten ist, als Deutscher bemüht man sich redlich um eine korrekte, möglichst akzentfreie Aussprache.
Darüberhinaus ist es für uns ein Mindestanspruch des gegenseitigen Respekts und daher eine Selbstverständlichkeit, fremdsprachliche Namen in der jeweiligen Landessprache zu schreiben und auszusprechen.
Abseits der Frage, ob z.B. die Flut von Anglizismen für das Deutsche eine Bereicherung, oder eine Verarmung darstellen, ist der praktische und damit der kommunikative Nutzen unbestreitbar. Englisch wird in Deutschland englisch ge- schrieben und ausgesprochen, basta!
Anders bei den meisten unserer europäischen Nachbarn und Mitbürgern.
Man erwartet dort nahezu bedingungslost, dass Ausländer der Landessprache mächtig sind, man spricht und schreibt Fremdsprachen nach den Regeln der jeweils eigenen Aussprache.

Das ist nicht nur eine Vernachlässigung des gegenseitigen Respekts, es ist ausgesprochen unpraktisch, dumm und behindert sprachübergreifende Kommunikation.
Obwohl zu den diesbezüglichen Spitzenreitern gehörend, sei hier weder von dem Volk, in dessen Reich dereinst die Sonne nie unterging, noch von Bürgern der Grande Nation die Rede.
Der Schritt vor unsere Haustür reicht, um festzustellen, dass man z.B. den englischen Begriff “leader“ „lider“ schreibt, dass die deutsche Stadt Aachen „Aquis gran“ genannt wird und der Schauspieler Richard Gere „Rischa Scheer“ gesprochen wird. Man unterhalte sich als der diesbezüglichen englischen Begriffe  einigermassen Kundige mit einem katalanischen Computerfachmann und wird in der Hauptsache nur „Bahnhof“ verstehen.

Viele, vor allem jüngere und jugendliche Spanier und Katalanen, die unter der immensen Arbeitslo- sigkeit leiden, suchen derzeit zunehmend ihr Heil im Ausland.
Solange sie dies im Spanisch sprechenden Teil der Welt tun, können sie sich wenigstens verständlich machen.

Zum sprachlichen Problem kommen die unterschiedlichen Standards der Vor- und Ausbildung. Nicht nur, dass spanische/katalanische Schulabgänger einen relativ niedrigen Bildungsstandard haben, es gibt keine, z.B.  mit den deutschen Schul- und sonstigen Ausbildungsstandards vergleichbare Messlatten.

Das gilt für alle Berufe, egal, ob Handwerker, oder Akademiker.

Dem Vernehmen nach zieht es jedoch viele ins gelobte Land Deutschland.
Sie sind dann gezwungen, Deutsch zu lernen, müssen meist aber auch noch ein Minimum an Englisch lernen, um die in der deutschen Sprache gebräuchlichen Anglizismen lesen und zu verstehen zu können..
Spätestens an diesem Punkt erweist sich die Hispanisierung und Katalanisierung fremdsprachli- cher Namen und Begriffe als unnötige, vermeidbare Hürde.
Globalisierung und Europäisierung sind nicht nur ein wirtschaftliches und währungspolitisches Problem, es ist eine Frage des – vor allem sprachlichen - Umdenkens. Welche  Wirkungen in diesem Zusammenhang vom katalanischen Sprachdiktat ausgehen, muss an dieser Stelle nicht näher erläutert werden.
Max

Freitag 15. Februar 2013 15.02.13 21:20

          

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