EMPURIABRAVA, 11.11.2019 - 22:53 Uhr

Warnung: Hochgiftige Meerestiere bedrohen das Mittelmeer

MADRID / SPANIEN: Bereits im Mai vergangenen Jahres ist vor den Balearen eine hochgiftige Quallenart aufgetaucht, die zu den giftigsten Tieren der Welt gerechnet wird.
Die „Portugiesische Galeere“(Physalia physalis) – eine extrem toxische Quallenart – kommt normalerweise nur im Pazifik und Teilen des Atlantiks vor. Ihr Auftauchen im Mittelmeer war zunächst äusserst ungewöhnlich.
Bei Gibraltar wurden in den vergangenen Tagen jedoch wiederum hunderte von Exemplaren gesichtet. Von den Behörden wurde daraufhin der erste Quallenalarm des Jahres ausgelöst.
Die Nesseltiere, deren Fangfäden bis zu 30m lang werden können, haben sich der Küste nur bis auf etwa 700m genähert und seien dann vom Wind abgetrieben worden.
Ihr Giftcocktail aus unterschiedlichen Eiweissen kann dem Menschen sehr gefährlich werden.  Von schmerzhaften Entzündungen, über Atembeschwerden bis hin zum Herzstillstand sind sie besonders für Kinder und ältere Menschen eine ernst zu nehmende Gefahr.
Neben Quallen gibt es verschiedene Fischarten, von denen nicht nur für Taucher und Angler, sondern auch für Badegäste an sandigen Stränden eine Gefahr ausgehen kann.
So haben die Bestände des hochgiftigen „Petermännchens“ in den letzten Jahren stark zugenommen. Der Stachel der ersten Flosse und auf dem Kiemendeckel ist giftig. Ihre Gewohnheit, sich in Sand, oder Schlamm in Ufernähe einzugraben, stellt für Badegäste eine ernste Gefahr dar. Vergiftungen verlaufen zwar nur in seltenen Fällen tödlich, sie verursachen jedoch starke, zunächst schmerzhafte Schwellungen, lähmen im weiteren Verlauf die Gefühlsnerven über längere Zeit.
In den Medien wird seit Jahren vor einer Fischart gewarnt, die wahrscheinlich infolge des Klimawandels, bzw. infolge der Erwärmung des Mittelmeers, aus dem Roten Meer über den Suez-Kanal einwanderte. Der Kaninchen-, oder Hasen-Fisch (Lagocephalus Sceleratus) ist für Schwimmer und Taucher zwar ungefährlich, bei Fischern und Anglern in spanischen Gewässern bislang jedoch noch wenig bekannt.
Berichten zufolge, kommt er momentan hauptsächlich im östlichen Mittelmeer und vereinzelt in der Adria vor, scheint sich jedoch rasch weiter auszubreiten.
Er zählt – wie der japanische Fugo/Fugu) - zur Gattung der Kugelfische und verfügt über eines der stärksten, bekannten Nervengifte, das Tetrodo-Toxin, wovon bereits 1mg/kg Körpergewicht eine für den Menschen tödliche Dosis ist. Der Tod tritt bei vollem Bewusstsein ein, weil das Gift nicht auf das Gehirn, sondern nur auf die Nerven wirkt. Die Opfer können zunächst nicht mehr sprechen und sich bewegen, der durch Lähmung bedingte Atem- und Herzstillstand führt in der Regel zum Tod.
Seine Giftigkeit scheint sich auf die Sommermonate zu beschränken, weshalb der grätenarme Fisch in Griechenland und der Türkei dennoch auf den Tellern landet. Die Behörden warnen jedoch eindringlich davor, den Fisch zu verzehren.
Erste Exemplare wurden bereits vor Elba und Sardinien gesichtet, so dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, wann der Hasenfisch in spanischen Gewässern auftaucht.
Max

Sonntag 29. Januar 2012 29.01.12 20:09

          

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