EMPURIABRAVA, 25.06.2019 - 06:19 Uhr

Spanien: Politischer Feminismus passé

MADRID / SPANIEN: Der sozialistische Ministerpräsident Rodriguez Zapatero hatte im Jahr 2004 eine Regierungsmannschaft vorgestellt, die aus acht Männern und acht Frauen bestand.

„Bambi“, wie man den sanften Mann mit dem scheuen Lächeln damals nannte, wollte unbedingt die Geschlechterparität durchsetzen, die ihm von den Feministinnen hierzulande aufgeschwatzt worden war. Die politische Routine zeigte dann allerdings, dass jemand in der Politik nicht zwangsläufig deshalb gut ist, weil sein Grips in einem Frauenkörper steckt. Wesentlich rascher als bei anderen Regierungen, wo die Männer überwiegen, mussten Berichtigungen vorgenommen werden. Man erinnere sich nur an die Ministerin für Geschlechtergleichheit,  Bibiana Aidó, die nach kurzer Zeit in der Versenkung verschwand, wobei die Schaffung eines solchen Ministeriums von vorneherein absurd war.
Parität um jeden Preis? Warum nicht einfach: Kompetenz um jeden Preis? Sollen die Frauen sich ihren Platz in der Politik doch durch hervorragende Fachkenntnisse, durch Loyalität zu ihrer Partei oder ihrem jeweiligen Dienstherrn sichern statt durch „Quote“.

Und dann aber doch eines: hat „sie“ einen hohen verantwortlichen Posten in der Regierung erhalten, sollte „sie“ in der Öffentlichkeit auch entsprechend auftreten. Dazu gehört angemessene Kleidung (jeder Imageberater bietet gerne seine Hilfe an), eine gepflegte Frisur und nicht so ein Wischmop-Image, wie es derzeit unter Frauen zu grassieren scheint und, sorry liebe Ministerinnen, auch ein Minimum an Schminke. Vielleicht tut es dem Image der konservativen Regierung unter Graubart Mariano Rajoy gar nicht mal schlecht, dass inzwischen einige Ministerien wieder abgeschafft wurden  und wir auf dem Gruppenfoto auf den Stufen des Moncloa-Palastes nur vier Damen  erblicken…
Angelika Eisenführ

Montag 26. Dezember 2011 26.12.11 18:51

          

Weitere Meldungen: