EMPURIABRAVA, 20.05.2019 - 10:35 Uhr

Puigcerdà: Staatsanwaltschaft fordert 7,5 Jahre Haft wegen Klavierspielen

PUIGCERDÀ / KATALONIEN / SPANIEN: Ist Klavierspielen Körperverletzung? Dieser Meinung ist jedenfalls die Staatsanwaltschaft, die für eine junge Frau und ihren Eltern jeweils siebeneinhalb Jahre Gefängnis gefordert hat. Der Fall: in Puigcerdà (Provinz Girona) bekam eine 26jährige von ihren Eltern im Jahr 2003 ein Klavier geschenkt, damit die offensichtlich musikalisch begabte Tochter regelmässig üben konnte. Allerdings wurde der Raum bzw. die Wohnung nicht schalldicht abgeschottet. Die Frau spielte jeden Tag von 9.00 – 13.00 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr und dies schlug auf die Gesundheit einer Nachbarin. Sie litt nach einiger Zeit unter Ängsten und Schlafstörungen und möglicherweise war die Musik auch dafür verantwortlich, dass es bei ihrer Schwangerschaft zu Komplikationen kam.

Bei der ersten Gerichtsverhandlung forderte die Staatsanwaltschaft siebeneinhalb Jahre Haft wegen Ruhestörung und Körperverletzung und zudem ein vierjähriges Spielverbot. Das Klavierspielen sei gleichzusetzen mit dem Krach einer Diskothek oder einem Flughafen und aus diesem Grund die hohe Strafforderung.

Warum der Fall allerdings erst nach acht Jahren vor Gericht landete, ist nicht bekannt.

Montag 26. Dezember 2011 26.12.11 19:13

          

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