EMPURIABRAVA, 25.06.2019 - 06:32 Uhr

Katalonien: Ruhe nach dem Weihnachts-Millionensturm

KATALONIEN / SPANIEN: Nach seriösen Schätzungen haben am Vorabend von Weihnachten in Europa die Kreditkarten  nur so geraucht.  50 Millionen mal wurden sie benutzt, um Einkäufe zu bezahlen – der grösste Tagesumsatz des Jahres  in ganz Europa. 2.600 Millionen Euro wurden dabei ausgegeben.

 Die grossen Marken – wie in Spanien beispielsweise MANGO – hatten schon lange im Voraus Rabatte bis zu 30 % angekündigt, wenn der Kunde bis zu einem bestimmten Datum seine Einkäufe tätigen würde.  Sollte der Kunde zwei oder sogar mehr Artikel kaufen, betrüge der Rabatt sogar 40 %. Seit Neuestem werden diese Angebote auch per e-mail oder SMS verschickt, sofern die Firma ihre Kunden registriert hat. Andere Firmen eröffneten für die Weihnachtszeit kurzfristig ein Geschäft, wie zum Beispiel Custo Barcelona auf dem Paseo de Gràcia unter dem Titel Pop-Up-Store, wo eine grosse Zahl von Sonderangeboten liquidiert wurde. Am ersten Weihnachtsfeiertag schien sich das ganze Land erst einmal von  dem Konsumexzess erholen zu müssen. Sämtliche Geschäfte waren geschlossen, die Rollgitter herabgelassen und die Stille in den Küstenorten nur vom Rollen der Meereswellen übertönt..  Die an Heilig Abend tobende Tramontana liess der Sonne den Vortritt und zog sich weitgehend zurück. Stille auch in den Häusern nach dem traditionellen Weihnachtsessen. Dort hatten viele ihre Familienmitglieder ein ganzes Jahr lang nicht mehr gesehen und staunten über das Wachstum der Enkel, den Bauchumfang der inzwischen zu stattlichen Männern herangewachsenen Ehepartner der Kinder sowie die Berichterstattung darüber, wie es ihnen allen hier in Spanien bei so viel Krise gegangen sei und noch weiterhin gehe. Offenbar wurde niemand verschont: alteingesessene Gross-und Einzelhandelsgeschäfte mussten ihre Angestellten entlassen, so manche Ehefrau wurde  arbeitslos und einige junge Leute mussten Hilfsarbeiten annehmen, um nicht zum Sozialfall zu werden. Die Zeiten sind härter geworden, die Umverteilungskämpfe aggressiver.

So lauteten die Weihnachtswünsche ringsumher auch einstimmig: Möge das Neue Jahr besser werden!
A. Eisenführ

Montag 26. Dezember 2011 26.12.11 18:59

          

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