EMPURIABRAVA, 21.05.2019 - 13:00 Uhr

Ehefrau von Aznar Bürgermeisterin von Madrid

MADRID / SPANIEN: Da sage mal einer, Politik habe nichts mit Ämterschacher zu tun!
Seit der mehrmals mit absoluter Mehrheit gewählte bisherige Bürgermeister von Madrid, Alberto Ruiz-Gallardon, zum Justizminister aufstieg, steht fest, dass die Ehefrau von José Maria Aznar auf die Stelle der ersten Bürgermeisterin der spanischen Hauptstadt nachrückt.

Ana Botella, die Älteste von mehr als zehn Geschwistern, praktizierende Katholikin, stockkonservativ und daher gegen alle von Zapatero eingeführten Neuheiten wie freie Abtreibung und Schwulenehe, zeigt sich gleichzeitig gerne im eleganten Madrider Stadtteil Salamanca in echten Pelzen. Sie wird von gewissen Kreisen  als „die Hillary Clinton von Spanien“ tituliert. Ruiz-Gallardon hatte die Ehefrau von Aznar im Jahr 2003 unter Vertrag genommen, um damit die konservativsten PP-Wähler an sich zu ziehen. Ihm selbst ging ja, obwohl PP-Mitglied, der Ruf eines eher modernen, linksgerichteten Politikers voraus. Seine Ernennung zum Minister macht nur den Weg für die Señora frei, Bürgemeisterin der wichtigsten Stadt Spaniens zu werden, obwohl ihr dafür jede akademische Ausbildung und sogar politische Eignung fehlt.  Seit 2007 besetzt Ana Botella die Abteilung Umweltschutz. Dort gab sie die viel kritisierte Bemerkung von sich, sie könne „den Smog (über Madrid) nicht erkennen, von dem Sie sprechen“.  Viel belacht wurde auch ihr Urteil über Ehen unter Menschen gleichen Geschlechtes: „Zwei Äpfel erschaffen einen weiteren Apfel, aber ein Apfel und eine Birne schaffen niemals zwei Äpfel, denn sie sind verschiedene Elemente“.

Ruiz- Gallardon, der noch ein Hühnchen mit seiner Todfeindin, der derzeitigen Präsidentin des Autonomiegebietes Madrid zu rupfen hat, lobte das Nachruckmanöver von Ana Botella auf den Bürgermeistersessel: „Sie wird eine gute Bürgermeisterin werden und sogar eine grossartige Präsidentin des Autonomiegebietes Madrid oder sogar Ministerin“, so Gallardon.

Bisher scheinen die beiden Damen sich gut zu verstehen. Wie weit diese kollegiale Freundschaft reicht, wird man sehen, wenn es um das Ansehen von Madrid im Ganzen geht..
Angelika Eisenfúhr

Montag 26. Dezember 2011 26.12.11 18:53

          

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