EMPURIABRAVA, 15.12.2019 - 13:49 Uhr

Alle drängen nach Deutschland

MADRID / SPANIEN: Erinnern Sie sich? In den frühen sechziger Jahren war das damals noch geteilte Deutschland das Dorado für spanische Gastarbeiter. Sie strömten zu Hunderttausenden in das gelobte Land, um als meist ungelernte Arbeiter am Wirtschaftsaufschwung  von Nachkriegsdeutschland teilzunehmen. Nicht wenige von ihnen wurden dort ansässig, erwarben Diplome solider Handwerksausbildung und kamen später wieder nach Spanien zurück. Aber während es vor einem halben Jahrhundert vor allem um Hände und Muskelkraft ging, die im industriellen Deutschland gefragt waren, bietet die Bundesrepublik heutzutage vor allem jungen spanischen Akademikern eine Zukunft, die sie im Heimatland nach mehr als drei Jahren Wirtschaftskrise nicht finden: an allererster Stelle Architekten und Ingenieuren.

Aus der Eurozone sind im letzten Jahr nicht weniger als 67.000 Menschen nach Deutschland geströmt, darunter 2.400 Spanier und 4.100 Griechen.  In den ersten sechs Monaten dieses zu Ende gehenden Jahres kamen fast eine halbe Million Menschen neu nach Deutschland.  Deutschland weist derzeit mit weniger als 7 % Arbeitslosen die niedrigste Quote innerhalb Europas in den letzten 20 Jahren auf.  Vor wenigen Wochen wurden allein in der Gegend um Stuttgard 25 spanische Ingenieure angestellt.

Nach neuesten Statistikangaben werden bis zum Jahresende in wenigen Tagen 580.000 Ausländer Spanien verlassen haben. Obwohl dem 450.000 Neuzugänge gegenüberstehen, beläuft sich der Negativsaldo auf 130.000 Peronen – über 62 % davon aus Katalonien.

Montag 26. Dezember 2011 26.12.11 18:56

          

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