EMPURIABRAVA, 23.02.2020 - 21:14 Uhr

Burg Quermançó bei Vilajuïga errang Preis für Erhaltung historischer Bauten

VILAJUÏGA / KATALONIEN / SPANIEN: Die Burg Quermançó, die seit Jahren von dem aus Empuriabrava stammenden Geschäftsmann Josep Mari Martorell (er ist auch der Eigentümer) restauriert, umgebaut, verbessert und in Schuss gehalten wird, wurde  am Montag in Barcelona ausgezeichnet. Vor ausgesuchtem Publikum in der „Reial Acadèmia Catalana de Belles Art de Sant Jordi (Königliche katalanische Akademie für schöne Künste) gewann die Burg den ersten Preis für die Erhaltung historischer Gebäude, die sich in privater Hand befinden. Die Prämie „Catalunya Nostra“ (Unser Katalonien) wird darüberhinaus für Aktivitäten rund um die alten Bauten verliehen und dazu gehören auch die Erhaltung des ursprünglichen Charakters und kulturelle wie touristische Aktion, um die Gebäude nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Das Castell de Quermançó  ist eine Burgruine aus dem 11. Jahrhundert in der Gemeinde Vilajuïga. Das Castell de Quermançó befindet sich auf einem zirka 120 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen schroffen Felsen und gilt heute als wichtiges Beispiel der katalanischen Verteidigungsburgen des Mittelalters.

Die gesicherte Geschichte der Burg lässt sich bis in das Jahr 1078 zurückverfolgen. In diesem Jahr richtete Graf Ponç I. das Archiv seiner Grafschaft Empúries in der Burg ein. Wiederholt wurde das Castell in den nachfolgenden Jahrhunderten Schauplatz von blutigen Kämpfen der politischen und militärischen Mächte in der Region. Im Jahre 1808 wurde die Burg von den Franzosen unter Napoleon Bonaparte erobert. Während der napoleonischen Kriege wurde die Burganlage zunächst weiter ausgebaut und als Waffen- und Munitionsdepot genutzt. Beim Rückzug der Franzosen aus Spanien ließ Marschall Suchet das Castell im Jahre 1814 sprengen und damit in die heutige Ruine verwandeln.

Einer volkstümlichen Sage nach war die Burg zeitweise Aufbewahrungsstätte des Heiligen Grals. Ritter der Katharer sollen dieser Überlieferung nach auf der Flucht vom Montsegur den Heiligen Gral zunächst im Castell de Quermançó versteckt haben. Später soll der Blutkelch Jesu dann von dort aus nach Montserrat gebracht worden sein.

Einer anderen Legende nach war die Burg der Sitz des Zauberers Klingsor, dem Widersacher der Ritter Parzifal und Gawan aus der Gralssage.

Einer weiteren Sage nach soll sich in den ehemaligen unterirdischen Fluchtgängen der Burg heute noch eine Ziege aus Gold befinden, die ein maurischer König oder aber die Juden von Vilajuiga auf ihrer Flucht dort versteckt haben sollen.

Die Räuberhauptfrau „Gräfin Teresa von Molins“ aus Sant Pere Pescador soll im 19. Jahrhundert die Burg ebenfalls als Versteck genutzt und das Castell und ihre Räuberbande am Ende mit Restbeständen des französischen Pulvers in die Luft gesprengt haben.

Salvador Dalí besaß eine besondere Vorliebe für die Burgruine, die an der Straße zwischen seinem Geburtsort Figueres und seinem Wohnort Portlligat bei Cadaqués liegt. Er plante dort eine große Orgel bauen zu lassen, die ausschließlich durch die Wirkung des dort sehr oft stark wehenden Nordwindes Tramontana Musik erzeugen sollte. Dieses Projekt wurde nach Dalís Tod vor einigen Jahren vom heutigen Eigentümer und den „Freunden der Burg“ erneut aufgegriffen, aber noch nicht realisiert. In den 1960er Jahren wollte Dalí die Ruinen der Burg für seine Frau Gala kaufen und ausbauen lassen; der gebotene Kaufpreis erschien dem seinerzeitigen Eigentümer aber als zu gering. Dalí wählte für zwei seiner Gemälde das Castell de Quermançó als Motiv.

Donnerstag 15. Dezember 2011 15.12.11 21:51

          

Weitere Meldungen: