EMPURIABRAVA, 21.08.2017 - 12:27 Uhr

„Els Excursionistas“: Bei Tramuntana ging es durch die Bergkette von L` Albera

Von Herbert Strothbäumer

Ich versprach in meinem Ankündigungsbericht wieder eine Tour in den kühleren Höhenregionen. Aber so eine tiefe Temperatur hatte ich auf der Wanderung am 22. Juni bestimmt nicht erwartet. Als wir mit allen 27 Teilnehmern an unserem Ausgangspunkt im Alberes-Massiv eintrafen, waren es nur noch 10 Grad, obwohl die Sonne vom strahlend blauen Himmel schien. Von Norden blies eine unangenehme Tramontana mit 70 km/h, so dass wir alle unsere wärmeren Klamotten anziehen mussten. So geschützt machten wir uns auf  einer sehr schönen Strecke durch den Naturpark von nationaler Bedeutung, der 1986 durch das Katalanische Parlament dazu erklärt wurde. Die Bergkette von L`Albera wird jener östliche Teil der Pyrenäen genannt, der vom Pass el Pertus, wo wir ins Gebirge einfuhren, zum Meer hinunter läuft. Sie ist die natürliche Grenze zwischen den Ebenen des Roussillon und des Emporda, und seit der Unterzeichnung des Pyrenäenfriedens im Jahre 1659 verläuft die Französischspanische Grenze auf seinen Höhen 25 Kilometer entlang. Vorbei am  Coll de l`Ullat (936 m) fuhren wir allerdings mit unseren Autos bis zu der höchsten Erhebung, dem Puig Neulos (1257 m). 150 Meter unterhalb des Gipfels, der aufgrund der Funk- und Fernsehantennen, die sich dort befinden, von überall erkennbar ist,  starteten  wir  in südöstliche Richtung zum Font de la Tanyareda, wo Elvis ein erfrischendes Bad nahm. Wir genossen die gute Fernsicht über das gesamte Empordan und konnten aus der Höhe auf die bekannte Burg Requesens hinunterblicken. Verwundert sahen uns die weidenden Kühe an, denn bei dem heftigen Sturm erwarteten sie wohl keine Wanderer dort oben. Um uns während unserer Pause nach 6 Kilometern davor zu schützen, suchten wir das nahe gelegenen Refugi Tanyareda auf, in dessen Kamin noch die Glut unserer Vorgänger glimmte.  Nach der Rast ging es vorbei an weiteren Anhöhen wie dem Coll Pregon, Coll del Faig, Coll de L`Orri und  Coll de l`Estaca(alle um 1000 m)  zurück. Die Gruppe trennte sich dabei und die Hälfte ging über den Neulos und die andere Hälfte direkt zum bekannten Chalet d`Albert wo wir uns wieder trafen, um eine Erfrischung zu uns nehmen, bevor wir von wieder hinunter in die Ebene nach el Pertus fuhren. Während der rund 20 Kilometer langen Gebirgsfahrt sammelten wir ständig neue Eindrücke von der Schönheit dieser einmaligen Landschaft, die von Granitstein geprägt wurde. Die Gebirgskette gehört zum schiefergraniten Teil metamorphischen Ursprungs der Pyrenäen. Einer ihrer charakteristischen  Merkmale sind die niedrigen, leicht zugänglichen Pässe wie el Pertus, Banyuls oder Panissars. Über sie führten Verkehrswege aus ältester Zeit hinüber, und die Bergkette wurde deshalb schon immer eine Durchgangsstation für die Völker und Kulturen Europas und der Iberischen Halbinsel. Die Spuren menschlicher Besiedlung reichen zurück bis in die Jungsteinzeit und dem Kalkolith (3500 – 1800 v. Chr.) Die zur Gemarkung von La Jonquera gehörenden Pässe sind nach wie vor die verkehrsreichsten Verbindungswege des Gebirgszugs.  Ohne die üblichen Staus in Le Pertus kamen wir pünktlich um 14.00 Uhr zu  einem guten  Mittagessen  im Restaurant Mas Salelles an.  Danach konnten alle Teilnehmer noch die Niederlage Frankreichs bei der WM gegen Südafrika erleben, denn zu dem Spiel waren wir schon wieder in Empuriabrava.

Die nächste Wanderung findet am kommenden Dienstag statt. Dazu treffen wir uns um 09.00 Uhr vor dem Mercadona in Empuriabrava. Einzelheiten erfahrt Ihr am Samstag hier. Bis dahin verbleibe ich mit dem Wunsch nach immer optimalstem Urlaubswetter als Euer Herbert mit Marijana und den Wanderhunden Stella und Elvis