EMPURIABRAVA, 29.06.2017 - 04:11 Uhr

„Els Excursionistas“: Wir wanderten von Terrades nach Sant Llorenc de la Muga

Von Herbert Strothbäumer

Die Wanderung am vergangenen Dienstag stand ganz unter dem Motto: „Die Süßkirschen sind reif“. Und somit starteten wir in dem vom jährlich stattfindenden  Kirschenfest bekannten Ort Terrades direkt an einer Kirschbaumplantage. Da das Fest bereits am 06. Juni gewesen ist, waren logischerweise schon viele Bäume abgeerntet. Die Früchte wurden dann am Sonntag  pro Kilo für 5 € feilgeboten. Dennoch hatte man einige für uns Wanderer hängen lassen und diese schmeckten uns vorzüglich. Durch die liebliche Landschaft der „Serra de la Cloella“ wanderten wir mit 35 Teilnehmern bei sommerlichen Temperaturen in nordwestliche Richtung auf einer Höhe zwischen 300 und 400 Metern über dem Meer. Nach rund 6 Kilometern erblickten wir unseren Zielort Sant Llorenc de la Muga. Weit vor Ankunft konnten  wir schon den Torre de gualta sehen – eins der markanten Denkmäler des Ortes. Bereits im 10. Jahrhundert dokumentiert eine Aufzeichnung den Namen des Ortes als Santi Laurenti de Sambuca und verwies somit auf eine römische Siedlung. 1311 gewährte dann König Jakob II. die Markt- und Stadtrechte. Im 14. JH wurde aus der Siedlung eine befestigte Stadt mit einer mittelalterlichen Struktur. Die Stadtmauern, die den Stadtkern umgeben, haben einen Grundriss von fast dreieckiger Form mit vier Türmen und drei sehenswerten Stadttoren. Unter der Herrschaft von Karl III. entstanden in der Gemeinde im 18. JH mehrere Waffenschmieden zur Herstellung von Munition. Die berühmteste Schmiede  „Farga Real San Sebastian“ bastelte Landminen aus Eisen und Blei. Im Mai 1794 zerstörten die Truppen des französischen Generals Pierre Francois Charles Augerau in der Schlacht von San Llorenzo de la Muga einen wesentlichen Teil der Fabriken und der mittelalterlichen Ortsstruktur. Die Gemeinde besteht aus drei Ortsteilen: Ribera d`Amunt, Ribera d`Avall und dem Verwaltungssitz Sant Llorenc de la Muga. Aufgrund der topographischen Lage florierte im 18. JH die Landwirtschaft, Viehzucht und Holzwirtschaft. Neben den Tuchmachern trugen auch der Erzbergbau und die Munitionsfabrik zur wirtschaftlichen Blüte bei. Mitte des 19. JH lebten über 1100 Einwohner in der Stadt. Durch den Niedergang der Landwirtschaft, die industrielle Holzwirtschaft und den zunehmenden Erzimporten flüchteten viele in die Städte, so dass heute dort nur noch rund 220 leben.  Auf einem Rundweg im Schatten der „Muntanya de Santa Magdalena“ auf dem wir die gleichnamige Kapelle in 519 Metern Höhe ständig in den Augenwinkeln hatten und weitere riesige Kirschbaumplantagen passierten, erreichten wir nach 13 Kilometern unsere Fahrzeuge. Während unserem anschließenden Essen in Figueres besprachen wir noch die vom 14. Bis 18. Juni stattfindende Wanderreise nach Andorra für die 32 angemeldeten Teilnehmer. Einzelheiten dazu erfahrt Ihr am Samstag hier.

 Bis zum nächsten Event am 22. Juni, an dem wieder alle Urlaubsgäste teilnehmen können, verbleibe ich mit dem Wunsch nach immer festem Boden unter den Füßen und vielen Grüßen als Ihr und Euer Herbert mit Marijana und den Wanderhunden Elvis und Stella