EMPURIABRAVA, 24.10.2017 - 02:39 Uhr

„Els Excursionistas“: Wir wanderten auf den Fluchtwegen der Republikaner ins Exil nach Frankreich

Von Herbert Strothbäumer

Liebe Leser-Wanderfreunde, gestern wurde versehentlich der falsche Beitrag an ARENA gesendet, hier nun der korrekte  Artikel. Ich bitte  vielmals um Verständnis. Ihr Herbert

Am vergangenen Dienstag  war der spanische Bürgerkrieg auf unserer Wanderung wieder allgegenwärtig, denn wir starteten am Monument für die Flüchtlinge vor den Faschisten Francos in der Nähe von La Vajol auf dem Coll de Manrella (800 m). Vajol  mit damals 80 Einwohnern erklärte der damals ebenfalls dorthin geflohene Ministerpräsident der Katalanen Llouis Companys  kurzfristig zur Hauptstadt des Landes, nachdem er vor den heranrückenden Truppen Francos den vorher zur Hauptstadt erklärten Ort Agullana schon verließ.  Er musste fliehen, da er den Widerstand gegen die Erhebung der rechtsgerichteten Militärs vom 18. Juli 1936 organisiert hatte, und  Francos Truppen später Barcelona besetzten. Nach einer Denunziation floh er am 5. Februar 1939 auf dem berühmt gewordenen Exilweg mit 600 Getreuen über die französische Grenze nach Les Illes. Diesen Weg wählte ich heute zu unserer Wanderstrecke aus. Von dort siedelte er später nach einem Kuraufenthalt in Perpignan nach Paris über, um in der katalanischen Exilregierung mitzuarbeiten. Seine letzten Tage verbrachte er in La-Baule-les –Pins an der Atlantikküste und blieb dort trotz der Gefahr, die ihm von der deutschen Besatzung in Frankreich drohte. Er wollte bei seinem da lebenden Sohn, der an einer Geisteskrankheit litt, sein. Kurz nach Ende des Bürgerkrieges wurde er im August 1940 von Hitlers Geheimdienst verhaftet, an Spanien ausgeliefert und in dem nach ihm benannten Stadion in Barcelona auf dem Montjuic am 15. Oktober 1940 hingerichtet.  Zu seinen Ehren und zum Gedenken an die vielen Gefallenen in diesem schrecklichen Bruderkrieg finden alljährlich an dem Monument auf dem Coll de Manrella Gedenkfeiern statt an denen hunderte von  Kriegsveteranen und Angehörige teilnehmen.  In Les Illes (Las Illas kat.) kamen wir an seinem Wohnhaus und dem Stammlokal vorbei, wo heute noch eine Omelette nach Art des Präsidenten gegessen werden kann. Im Hostal dels Trabucayeres, wie das Haus von Jean-Claude Davesne  heißt,  machten wir mit 23 Teilnehmern bei  schönstem Sommerwetter auf der Terrasse unsere verdiente Pause mit frischem Kaffee,  um dann  gestärkt den etwas beschwerlichen Rückweg bergauf durch die schönen Eichenwälder nach La Vajol in Angriff zu nehmen. Unterwegs gab es neu installierte Hinweisschilder auf die Geschehnisse am Ende des Bürgerkrieges und die Bedeutung der geheimen Exilwege  der Flüchtlinge nach Frankreich sowie der Dank an das Land für die Gewährung des Asyls. La Vajol befindet sich 524 Meter über dem Meer und nachdem wir im Ort noch das Monument  zum Gedenken an die Grausamkeit, die die Flüchtlinge auf Ihrem Fluchtweg erlitten (Übergroße Bronzestatue, die einen Vater mit seinem Kind zeigt, dem ein Bein abgeschossen wurde) besichtigt hatten, fuhren wir von dort nach ca. 14 Kilometern Wanderung mit unseren Fahrzeugen wieder abwärts durch die schöne Landschaft bis nach Darnius, wo wir das obligate gemeinsame Mittagsmenü im neu bewirtschafteten Restaurant „Mas Salelles“ gut serviert bekamen.

Die nächste Wanderung findet am kommenden Dienstag, den 25. Mai statt. Dazu treffen wir uns wieder um 09.00 vor dem Mercadona in Empuriabrava. Einzelheiten erfahrt Ihr am Samstag hier. Vorher findet am Freitag, den 21. Mai, unsere Cabrio-Tour zum Chateau Medieval de Castelnou statt, die ich bereits am vergangenen Samstag  ausführlich beschrieben habe. Dazu treffen wir uns zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Bis dahin verbleibe ich mit herzlichen Grüßen als Euer Herbert mit Marijana und den Wanderhunden Stella und Elvis.