EMPURIABRAVA, 29.03.2017 - 13:18 Uhr

Neue Serie Talente unter uns: “Heinz Wachendorf” aus Empuriabrava

Das Talent brach über Nacht durch: „aus purer Langeweile“, wie Heinz Wachendorf mit bescheidenem Lächeln unserer Redakteurin erzählt.

An einem  grauen Herbsttag im Jahre 2006 überkam  den damals 78jährigen  Deutschen mit Hausbesitz in Empuriabrava das unstillbare Verlangen, nach Figueres zu fahren und sich in einem Geschäft für Malutensilien umzusehen. Er kam zurück mit einer Handvoll Pinseln verschiedener Stärke und der ersten Farbpalette sowie einigen Metern Leinwand. Und schon ging es los: zunächst erinnerte sich der weisshaarige Herr, der wie seine Ehefrau aus dem Erzgebirge stammt, aber schon bald nach dem Krieg in Westdeutschland heimisch wurde, an sein erstes Segelboot am Bodensee. Also hielt er sie  in leuchtendem Weiss-Rot auf schäumenden Wellen fest. Heinz Wachendorf ist stolz auf dieses Erstlingswerk, auch wenn er heute so ein „Seestück“, wie es in der Fachsprache heisst, anders angehen würde. Es folgten Kopien alter Stiche, deren Details er mit rührender Akribie auf die Leinwand tüpfelte. Aber dann zeigte sich bald, dass die grosse Liebe dieses  Mannes der Natur, den Pflanzen und Blumen gilt,  die sein Haus im Sektor Pani  als wilder Wein, Hibiskus, Fuchsien  und Kletterpflanzen umranken, zu schweigen von der eindrucksvollen Menge an  Kakteen, die auch ohne einen Tropfen Wasser unter den Händen des Hobbygärtners prächtig gedeihen. Und so wandelten sich die Motive des neu entdeckten Genies allmählich: immer mehr herrliche Blumenbuketts nahmen  auf seiner Staffelei farbenprächtige Gestalt an.

Das Motiv. das er gerade in Arbeit hat, ist schon drei Mal verkauft, lacht Heinz Wachendorf: er muss es also mehrmals wiederholen,  um die Anhänger seiner Kunst zufrieden zu stellen. Übrigens war es eine Mitbewohnerin des Sektors Pani, die sprühende  Ilse aus Tirol, die unsere Redakteurin anrief und ihr von dem begabten Senior in der Nachbarschaft berichtete.

Heinz Wachendorf kam zum ersten Mal im Jahre 1985 nach Ampuriabrava. Er und seine Frau waren von der Arbeit als selbständige Versicherungsmakler ziemlich erschöpft und erhofften sich ein paar ruhige Tage in dieser Urbanisation, die ihnen ein Freund empfohlen hatte. Es  war  dann Liebe auf den ersten Blick: das herrliche Klima, die attraktive Gartenstadt (damals noch!) und die vielen Pflanzen und Palmen: so etwas  sollte auch ihnen gehören und so kauften sie Hals über Kopf das romantische Haus  im Sektor Pani.

Seit 2002 lebt Herr Wachendorf ganzjährig hier, denn er ist schon über 10 Jahre in Pension. Der braungebrannte Mann in kurzen Hosen und kräftigen Waden, der uns von ARENA gerne durch sein Anwesen führte und dabei auch den gut bestückten Weinkeller nicht ausliess, strahlt Gesundheit und Lebensfreude aus. Als junger Mann hatte er als Steinmetz und Kunststeinmacher gearbeitet und in dieser Eigenschaft viele Neubauten mit gestaltet. Später kam ein Job als Kontrolleur bei Zeiss Ikon hinzu, wodurch die Liebe zur Fotografie geweckt wurde. Auch da interessierten ihn vor allem Blumen -und Landschaftsmotive.

Mit anderen Worten: das Talent, das wir in dieser neuen Serie als erstes bei Heinz Wachendorf  entdecken, kam denn doch nicht völlig aus dem Nichts: es war im Laufe eines langen Lebens herangereift. Schön, dass dies im Lebensherbst nun voll ausgelebt werden kann.

Übrigens: seine Bilder kann man auch kaufen. Sie kosten bescheidene 50 bis 60 Euro pro Stück, ohne Rahmen, denn den möchte sich ja jeder Käufer selbst aussuchen.

Wenn Sie sich für das breit gefächerte Angebot interessieren, rufen Sie Heinz Wachendorf doch einfach mal an und machen Sie einen Termin mit ihm aus. Unter der Riesenpalme in seinem Garten lässt es sich vorzüglich plaudern und die Werke bewundern.

Telefon: 972 45  16 58

Angelika Eisenführ