EMPURIABRAVA, 27.04.2017 - 12:58 Uhr

Wir besuchten einen Ort der Kunst und eine Heimstatt für Schimpansen (1)

von Dr. Wolfram Janzen

Vergangene Woche besuchten die „Kulturspaziergänger“ zwei sehenswerte Einrichtungen. Bei der Flughafenausfahrt der NII / A2 bogen wir nach Cassa de la Selva ab und gelangten von dort zum Gelände der ParcArt. Der Park liegt eingebettet in eine idyllische Landschaft am Fuße der Gavarres. Freundlich empfangen, spazierten wir  den Pfeilen nach in eine Anlage, die zeitgenössische Kunst und gestalteten Naturraum vereint.

Hier – wie auch bei einem früheren Besuch im Skulpturenpark Can Ginebra bei Banyoles – erleben wir, dass Plastiken nicht in sterilen Museumsräumen aufgestellt sind, sondern in eine natürliche Umgebung mit Hügeln, Pflanzen, Wasser, Tieren eingefügt sind. Die Künstler haben ihre Werke speziell für diesen Ort entworfen. Es macht Spaß, die Bezüge zwischen Standort und Kunstgestaltung zu entdecken. In aller Ruhe wandert der Besucher umher, entdeckt hier Blumen, Tiere, dort Kunstwerke. Es sind teilweise bekannte Künstler, die hier tätig waren und wir fanden manchen Namen, dem wir auch andernorts schon begegnet waren, auf Plätzen, in Kirchen, Museen…Die Formen und Materialien sind sehr vielgestaltig, von abstrakt-symbolisch bis konkret-figürlich. Zu manchem hat man spontan Zugang, anderes ruft Rätselraten hervor, wieder anderes bleibt einem verschlossen. Eine Führung, gar an Hand eines Werkverzeichnisses, ist nicht nötig, man überlässt sich am besten seinen eigenen  Eindrücken, Überlegungen und Emotionen. Kritisch zu vermerken ist, dass die Skulpturen an manchen Stellen zu dicht stehen. Auch die Haltung von Vögeln in wenig artgemäßen Käfigen lässt zu wünschen übrig.

Die Exkursion führte uns weiter in das Städtchen Llagostera, dessen mittelalterlicher Kern mit der Kirche Sant Feliu hoch von einem Hügel herabblickt. In der Unterstadt empfing uns buntes Marktreiben. Dann wanderten wir an der von repräsentativen Gebäuden ( Casino) umstandenen Placa Cataluna an Jugendstilvillen vorbei (errichtet von durch die Korkherstellung reich gewordenen Bürgern), durch enge Gassen auf die Hügelspitze zu Rathaus und Kirche. Von dort, umgeben von den Turm- und Mauerresten des Castells, schweift der Blick zu den mit grünen Korkeichenwäldern bedeckten Hügeln der Gavarres hinüber, auf der anderen Seite ragen die Berge des Küstengebirges Selva empor. Im Rathaus begegnen wir dem gigantischen Königspaar ( Llagostera erhielt von Jaume I. Privilegien), das wir auf dem Gigantentreffen in Roses kennengelernt hatten. Außerdem zeigt uns ein Bediensteter die im Ratssaal aufgestellten Köpfe der Präsidenten der katalanischen Generalitat. Das sehenswerte Plakat- und Kunstmuseum des Malers Emilio Vila ( siehe Artikel ARENA letzten Samstag) schenken wir uns angesichts unseres dichten Programms und der Mittagzeit. Ohnehin tut man gut daran, sich telefonisch zu erkundigen, ob man es besuchen kann (Tel. 972 83 02 53).

Fortsetzung morgen