EMPURIABRAVA, 26.06.2017 - 14:22 Uhr

Die letzte Nacht des Generals Alvarez de Castro - der Held von Girona - im Castell Ferran in Figueres (3)

von Dr. Wolfram Janzen

Fortsetzung von gestern

Die Gestalt Alvarez de Castros

Wir „Kulturspaziergänger“ sind der Gestalt des Generals immer wieder begegnet. Auf Ferran

gibt es einen Gedenkstein, sein angeblicher Sterbeort in den Pferdeställen wurde zu einer Gedenkstätte hergerichtet. In Girona ist er auf der „Placa de Indepencia“ auf einem Denkmal in heldenhafter Pose zu sehen. in der Kirche Sant Feliu steht auf der rechten Seite in der Kapelle Sant Narcis das Mausoleum, das seine Überreste birgt, die in Figueres exhumiert wurden ( auf der anderen Seite befindet sich das Denkmal der „Heroinen von Santa Barbara“, das zu Ehren der weiblichen Verteidiger Geronas errichtet wurde).

Derzeit gibt es eine Ausstellung in Ferran: „Alvarez de Castro und seine Zeit (1749-1810)“, in dem aufschlussreiche Objekte zu sehen sind. Die „Freunde von Quermanco“ haben in Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium einen Film „Die letzten Tage des Generals Mariano Alvarez de Castro“ fertig gestellt, dessen Erstaufführung am 18.6. in Ferran sein wird. Am 17. Juni, am vorletzten Tag der Ausstellung, wird im Rahmen der Kulturspaziergänge eine deutsche Führung durch die Festung und die Ausstellung angeboten.

Alvarez de Castro ist ohne Zweifel eine bedeutende historische Gestalt, nicht nur für Spanier und Katalanen. Der in Granada geborene Adlige ist die seltene Erscheinung, die Spanier und Katalanen vereint und einer der wenigen „Helden“ der katalanischen Geschichte (daher das Interesse des spanischen Militärs an ihm). Über sein Heldentum und seinen fanatischen Durchhaltewillen kann man freilich geteilter Meinung sein, das  hat viele Opfer gefordert. Damit geht es ihm wie anderen „Helden“ der „Befreiungskriege“ vom napoleonischen Joch, wie dem Verteidiger Kohlbergs und Stralsunds, dem preußischen Freikorpsführer und Major Ferdinand von Schill ( 1776 -1809) oder dem Tiroler Andreas Hofer (1767-1810). Beides für die Nachwelt „Nationalhelden“ und „Märtyrer“, beide wurden aber auch von nationalistischen und militaristischen Kräften missbraucht, so Schill von der nationalsozialistischen Führung.

Geschichtlich gesehen, hat der Freiheitskampf Spaniens, in den Alvarez de Castro gehört, die nationalen europäischen Erhebungen gegen die napoleonische Herrschaft beflügelt und damit – mit Veränderungen, die Napoleon mit sich brachte – Europa fortwirkend geprägt.

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