EMPURIABRAVA, 22.09.2017 - 02:50 Uhr

Ausflug: Ein Gang durch die 55. Blumenschau in Girona!

GIRONA / SPANIEN (12.05.2010): Vergangenen Samstag wurde das diesjährige Blumenfest „Flor de Temps“ in Girona eröffnet. Bis zum 16. Mai (täglich von 10 bis 21.00 Uhr) haben Besucher die Gelegenheit, die Altstadt von Girona im Schmuck von Blumengestaltungen zu erleben. 82 Häuser und Patios sind geschmückt, 32  „Blumenausstellungen“ zu betrachten und 11 Gärten mit Arrangements gestaltet. Tausende an Besuchern, teilweise in Bussen angereist, flanierten am Eröffnungstag bei Sonnenschein und warmem Wetter durch die Gassen und genossen die bunte Pracht.

Verglichen mit den letzten Jahren sind die aufwendigen künstlerischen Installationen,  die großflächigen Blumenteppiche und die Verwendung von bombastischen Plastikgebilden zurückgetreten. Die wirtschaftliche Krise macht sich wohl auch hier bemerkbar. Dafür ist man wieder mehr zu bescheideneren Arrangements mit echten Blumen und Pflanzen zurückgekehrt. Das kann durchaus als ästhetischer Gewinn betrachtet werden. Auch wer Girona gut kennt, wird die Altstadt und das Blumenfest wieder neu und reizvoll erleben. Von besonderem Interesse ist, dass viele Gebäude, Häuser, Höfe, Kirchen, die man sonst nur von außen sieht, geöffnet sind und man einen Blick in ihr interessantes Innere werfen kann.  Auch Museen, wie das jüdische Museum, das stadtgeschichtliche Museum, das archäologische Museum in Sant Pere de Galligants, sind teilweise kostenlos zugänglich. An Kirchen und Kapellen nenne ich Sant Marti Sacosta, Sant Lluc, Sant Nicolau, Santa Llucia. Wer nicht nur nach den Blumengestaltungen schaut, sondern sich auch die Umgebung, in der sie sich finden, betrachtet, wird viel vom alten Girona und seinen verborgenen Seiten entdecken.

Besuchern, die den unvermeidlichen Trubel nicht lieben und mehr sehen wollen als die ins Auge fallenden Gestaltungen, sei empfohlen, gegen den Strom der Massen zu gehen, die Nebengässchen, die weniger frequentierten Gebäude und Höfe und die entfernter liegenden Gärten ( z. B. die Jardins de John Lennon) aufzusuchen. Von dort aus kann man dann Abstecher zu den beliebten Schauplätzen  z. B. der Umgebung der Kathedrale oder der Hauptgasse Forca, machen. Alles wird man ohnehin nicht besichtigen können. Ein Hilfe für das bewusste Spazieren ist der Plan, den man im Fremdenverkehrsbüro (jetzt in der Casa Cultura, Carrer Pompeu Fabra); aber auch an anderen Orten erhält. Auch im Internet findet man Material zur Vorbereitung (www. tempsdeflors.net). Wer den Massen entfliehen will, wird auch Oasen der Ruhe finden, wo er sich erholen kann, z. B. im Kunstmuseum oder in den weniger besuchten Kirchen und Gärten, z. B. in der Kapelle Sant Llucia oder im Jardin de l´Angel). Überhaupt sei empfohlen, sich einige der Ausstellungen anzuschauen, z. B. in der Fontana d´Or oder im unteren Saal des Kunstmuseums. Dort ist die schöne Statue des katalanischen Bildhauers Miquel Blay (1866- 1936) „Contra l´Invasor – gegen den Eindringling) zu sehen. In der Ausstellung führen Künstler einen „Dialog“ mit der symbolischen Figur, die eine besondere Geschichte hat und deren Bronzekopie nun auch öffentlich im „Jardi de l´Infancia“ aufgestellt wurde. Insgesamt sollte man Zeit und gute Schuhe mitbringen, nicht meinen, alles sehen zu müssen und den Rundgang möglichst beschaulich gestalten. Autor: Dr. Wolfram Janzen

Mit freundlicher Genehmigung von www.arena-info.com – ARENA - Der deutschen Tageszeitung für das Alt Empordà